Streit, Bananenbrot, Vater, Stellvertreter und Welt retten

Guten Morgen, wieder zu wenig Schlaf, weil gestern ein nicht so ein erfreulicher Tag war. Pakete kamen mit stundenlanger Verspätung, ein Teller kaputt, ein anderes Paket mit wichtigen Dingen gar nicht zugestellt. Erst mit dem Mann gestritten und dann ewig auf den Vater gewartet, der nicht kam. Bananenbrot gebacken, nachdem die Bananen für den Mann nicht mehr so gut ausgesehen hatten und ich irgendwas Beruhigendes gebraucht hatte. Ja, gestern war so ein richtiger Gewinnertag! ^^ Aber gut, das Bananenbrot ist gut geworden, alles andere dann vielleicht später? Der Kaffee schmeckt und heute gibt es viel zu tun beim Mann, er hat dann gestern meine bestellte Sammlung für ihn mitgenommen, womit ich jetzt in der Wohnung einfach loslegen kann. Mein Beschluss ihm auch einen Nahrungsvorrat anzuschaffen fand er allerdings unerhört und übergriffig? Entschuldige, aber wann, wenn nicht jetzt, braucht man einen bestimmten Vorrat zu Hause? In jeder Wohnung sollte sich sowas finden, es gibt immer mal einen Sonntag, wo man nicht einkaufen kann oder einen zu langen Monat für das Geld. Abgesehen davon Pandemie und Krieg? Na, vielleicht versteht er es später. Ich finde ein paar Nudeln, Reis, Getränke und Konserven müssen halt sein, dabei bleibe ich auch.

Aufgewacht und Kaffee gekocht, losgefahren und die Küche des Mannes eingeweiht. Leider immer noch ohne Schlüssel, also werde ich ihn wach klingeln müssen. Ich glaube, die erste richtige eigene Wohnung hatte sich der Mann weniger stressig vorgestellt. Die Vögel sind zu laut, keine Ahnung was es da so laut zu singen gibt um acht Uhr morgens. Gestern das unsägliche getan und gebügelt, eigentlich wollte ich nur den Duschvorhang für den Mann kürzen und die Kante versiegeln, aber dann wurden es doch noch ein paar Tischdecken. Bin etwas sauer auf den Vater, erst eine Woche nicht den Zweitschlüssel rausrücken und dann sagen man kommt vorbei und nicht vorbeikommen, aber auch nicht absagen. Es steht jetzt noch eine kleine Tasche für den Man im Flur, die kann ich allein mit dem Bus transportieren, wenn er denn aufmacht, den anscheinend bin ich wieder stellvertretend für ganz Deutschland schuld, dass man hier Wohnung unmöbliert ohne Strom und Internet anmietet. Aber gut, ich hatte am Anfang auch Vertrauensprobleme, nachdem ich mein Erlebnis mit der Nigeria Connection hatte.

Insgesamt geht es mir gerade nicht gut, ich bin einfach so müde und erschöpft, ich könnte jetzt auch wochenlang im Bett liegen und gar nichts machen. Das ist und war einfach so anstrengend, mit der Pandemie, und die weggefallene Versorgung von Menschen mit Behinderung immer noch eine Katastrophe, die ich allein niemals auffangen kann und mittlerweile auch nicht mehr will. Soll doch wer anders die Welt retten, ich stehe temporär nicht zur Verfügung, ich rette mich dann erstmal selber. Genauso wie es im Flugzeug geraten wird, erstmal sich selbst eine Sauerstoffmaske aufsetzen, dann anderen helfen. Gestern eine Reste-Tüte bei einem Lieferanten bestellt, die war gut, sehr viel Obst und Gemüse zum kleinen Preis, deutlich besser als meine Bio-Tüte die Woche. Versuchen wir es doch mit guter Laune, ich fahre dann mal zum Mann, ob der will oder nicht, ich komme…

Paket- und Haushaltstag, türkisches Gemüse, lila Suppe und Schulfächer

Guten Morgen, keine Ahnung was mit mir los ist, bin derzeit immer zu lange in der Nacht wach. Aber gut, ich kann später noch weiter schlafen, heute ist eh Paket- und Haushaltstag. Heißt, man kann auch schlafend auf Paketboten warten und ein dreckiger Fußboden hält mich auch nicht davon ab. Mission Handwerker gestern gut gelungen, pünktlich erschien ein netter Mann, der die Balkontür in unter 30 Minuten repariert hatte. Sehr gut, habe ich mich gefreut, erstmal über den Handwerker, dann über die reparierte Tür. Im nächsten Leben werde ich vielleicht auch beruflicher Handwerker, heutzutage auf jeden Fall keine schlechte Wahl, arbeitslose Akademiker haben wir bereits genug. Mit etwas Glück bin ich dann auch bald die Frau mit Akkubohrschrauber, passend zum jetzt sortierten Werkzeugkasten. Tja, ich sollte halt ein Junge werden und als es nicht so war, wurde trotzdem am vorbereiteten Erziehungsprogramm festgehalten. Barbie verrückte deswegen bereits in meinem Puppenhaus Möbel und Ken war meistens nur Beiwerk.

Mein Hamster hat dann gestern in Anbetracht des historischen Termins doch noch mal zugeschlagen, offizielle Begründung, ich brauche noch Wasservorräte und Sachen für den Mann, inoffiziell ist es aber der Angsthase. Die Abholung meiner Gemüse- und Obsttüte in der Nachbarschaft gestern war nämlich enttäuschend, für 10 Euro hätte ich mehr erwartet. Aber immerhin, alles, was ich bekommen habe, mag ich und werde ich wohl auch aufessen. Wer in Berlin wirklich günstiges Essen will, der muss halt zu den Türken, deren Preise für z.B. Gemüse sind ungeschlagen. Also geplant, mit der Freundin zum Maybachufer zu gehen, besonders vor Feierabend bekommt man da das Gemüse hinterher geschmissen, es sind nur Mengen, die ein Single niemals bewältigen kann. Also am besten als Gruppe einkaufen und die Schätze dann auf mehrere Haushalte aufteilen. Ist man flexible im Essensplan, lässt sich so richtig sparen.

Gestern den Rotkohl verwertet, einmal im Ofen geröstet und mit Walnuss und Feta überbacken und dann noch eine sehr leckere lila Suppe. Ja, Rotkohl geht nicht nur traditionell zubereitet an Weihnachten. Später dann noch Milchreis gekocht. Ja, rückblickend wohl Mama-Essen, Rotkohl und Milchreis verbinde ich mit ihr, allerdings auch Songs wie diesen. Der Vater bringt heute auch noch Sachen, er war meistens abwesend, aber er hat mich nie angerührt und attackiert, wie sie es getan hat. Gemeinsame Zeiten hatten wir meistens nur beim Handwerken, ich durfte immer assistieren, aber habe rückblickend viel gelernt dabei, der Bruder hat aus gleicher Tätigkeit sogar einen Beruf gemacht. Genug über die Berliner Familie nachgedacht, es bleibt spannend, was heute geliefert wird, an Lebensmitteln, aber auch von IKEA. Es wäre gut, wenn heute alles da ist, sodass ich Morgen beim Mann die ganze Mission durchziehen kann. Handwerklich ist mein Mann nämlich eine Vollnull, beim Kochen hat er aber schon einiges gelernt in Berlin.

Ja, ich finde immer noch, dass Handwerken und kochen für den eigenen Haushalt eigentlich Schulstoff sein müssten. Was bringt einem in der ersten eigenen Wohnung eine Gedichtanalyse oder eine Kurvendiskussion? Richtig gar nichts, davon hat man kein Licht in der Bude und auch nichts zu essen. Genug geschwafelt für einen Samstagmorgen, es gibt viel zu tun, fangt schon mal an!

Adoption, Telefon-Marathon, Wohnung und wegrennen

Guten Morgen, alles gut so weit. Heute ist der große Tag, es geht zu Gericht wegen der Adoption. Ich hoffe, alles geht gut und wie geplant. Danach wieder Arbeit, aber aktuell keine Termine, aber greife ich zum Telefonhörer ändert sich das schnell. Gestern sehr viel telefoniert, die beste Freundin ist zurück und wir haben 5 Stunden oder mehr telefoniert. Der Mieter hat sich endlich gemeldet und es gibt einen Übergabetermin. Endlich auch die Haare gefärbt, endlich keine grauen Schläfen mehr. Vor lauter telefonieren zu nichts gekommen, aber telefonieren war interessanter. Der Kaffee schmeckt, erste Sonnenstrahlen sind zu sehen und die Nase ist noch frei. Gestern tatsächlich Öl gekriegt, aber keinen Ziegenkäse, das mit dem Käse verkrafte ich aber. Die Palmen grüßen im Wohnzimmer, meine kleine Karibik in Berlin. Kinder über mir machen Krach, leider antwortet der Vogel darauf. Endlich wieder einen Termin zum Schwimmen gefunden. Bin gespannt, ob das mit dem Mann und der Wohnung klappt, es wäre auch gut für mich ihn mehr in der Nähe zu haben.

Ich weiß schwierig mit mir, ich will ihn nicht in der Wohnung, aber zu weit weg dann auch wieder nicht. Der Punkt Wohnung mit einem Mann teilen, hat bei mir halt nie geklappt, ich habe es versucht, am längsten mit dem Mann, aber ich kriege irgendwann eine Macke dabei, auch schon vor Corona. Ich finde ja, dass Männer und Frauen nicht dazu gemacht sind dauerhaft zusammen in einem Gebäude zu leben, sie sind zu verschieden. Wenn Frauen und Männer zusammenleben passiert es einfach viel zu oft, dass frau dann die Dienstmagd ist. Aber das ist halt das traditionelle Modell, eines, mit dem ich nichts anfangen kann. Nichts gegen Männer, die können verdammt toll sein, aber nicht, wenn man täglich ihre dreckigen Socken wegräumt und den Klodeckel reinigen muss. Leben, ich weiß gerade so gar nicht wo es hingehen soll, aufgewacht und losgerannt ist gerade nicht. Wohin soll ich rennen? Erstmal Kaffee holen und Tag/Welt beäugen. Verstecken ist leider dauerhaft keine Option, die Feigheit will das, aber die Träumerin will mehr. Ach, lassen wir Pharcyde dazu singen:

Grau, Seilschaften, die Vorsorge einer Mutter, Curry und Vergebung

Guten Morgen, noch nicht wach, aber bereit an der Tastatur. Grau ist es und es gibt Kaffee im rosa Becher. Beim Vater gestern war irgendwie melancholisch und noch eine Pflanze mitgenommen. Allerdings auch eine weitere Abnehmerin für eine Pflanze gefunden. Ebenfalls bald hier ein Vakuumierer für Lebensmittel. Aktuell gibt es nämlich nur Großpackungen günstig, mit dem Vakuumierer kann ich Portionen einfrieren, die dann für 1-2 Personen reichen. Der Mieter der günstigen Wohnung ist nicht erreichbar, ich ahne leider nicht so gute Dinge, im besten Fall hat der weiter vermietet und im nicht so guten Fall ist die Wohnung im schlechten Zustand? Wie auch immer, es wird Zeit, diesen Mieter loszuwerden. Ausgezogen ist er ja schon, jetzt brauchen wir nur die Schlüssel. Das kommt davon, wenn der Bruder rum lügt, um irgendwelche entfernten Bekannten in die Wohnung zu bekommen, die sich jetzt aufführen wie total unbekannte. Ja, ja bestimmte Geschäfte macht man in Berlin nur im Familien- und Freundeskreis, Seilschaften sind halt wichtig.

Voll vergessen, dass ich heute einen Termin beim Psychiater habe, ich glaube aber ich will da heute nicht hin, nicht nur wegen der Erkältung/Allergie. Es gibt nichts zu besprechen und Medikamente habe ich auch noch. Soll doch irgendwer heute den Termin kriegen, der/die ein Gespräch dringender braucht. Ich fühle mich aktuell erschöpft, aber nicht kriselig. Bei manchen Dingen, die meine Mutter gehortet hatte, denke ich, sie ahnte, was da kommt, denn jetzt brauche ich sie und habe sie auch dank ihr. Andere Töchter kriegen Aussteuer, ich kriege z.B. eine sichere bezahlbare Wohnung, Kleidung in der richtigen (Über-)Größe, Fitness-Equipment, Kerzen, Küchenkram und einen Vakuumierer. Danke Mama, du bist nicht mehr da, aber sorgst trotzdem für mich. Sie wusste wohl, dass die Preise für Mieten und Lebensmittel explodieren, ihre Tochter dick wird und sich in der Isolation der Pandemie auf ein neues Level kocht. A pro pro kochen, gestern nur Nudeln mit Walnusspesto, heute vielleicht ein Curry.

Neben putzen und Pflanzenübergabe an gute Hände, heute vorgenommen zu lesen. Die Birke ist derzeit wirklich mein Feind, gehe ich aus dem Haus dauert es keine 5 Minuten bis es nur noch aus der Nase fließt und die Stirnhöhle schnell dicht ist. Aktuell kann ich aber riechen und schmecken, versuchen wir die Birke zu meiden. Sortieren von Erinnerungen, es werden nicht weniger, aber die Bewertung der Erinnerungen fällt milder aus als früher, vielleicht auch ein Schritt mit der Logik: Vergeben, um vergessen zu können. Vergeben, um sich nicht total zu isolieren, denn auch die Sünder haben gute Seiten. Nichts ist nur schwarz oder weiß, das Meiste im Leben hat Graustufen oder wenigstens eine gute Erklärung. Diese Woche Termin mit der Adoption, ich hoffe, das klappt, 34 Jahre ist mein Vater jetzt an meiner Seite, ich hoffe, es werden weitere 34 Jahre. Der Kaffee schmeckt und der Kopf sucht Musik, ach deuten wir diesen Michael Jackson Song mal anders:

Hausärztin, Schlüsselfragen, Küchensachen, MHD und Musik

Guten Morgen, wenig geschlafen, aber tief. Tatsächlich bereit, endlich zur Hausärztin zu gehen, dauere es so lange es dauert, heute habe ich keine anderen Termine. Der Mann war gestern da, aber nur kurz, der Vater rief panisch an, weil er sich ausgesperrt hatte. Der Aufforderung, ich möge mich sofort in Bewegung setzen, um den Zweitschlüssel zu bringen, bin ich nicht nachgekommen, weil ich dachte, er kann den Schlüssel auch selbst abholen, weswegen dann geschrien und aufgelegt wurde. Der Vater hatte morgens unsere Verabredung abgesagt, der Vater hat ein Auto, der Vater sieht seine Partnerin jeden Tag und keinen Schlüssel haben ist für mich nicht so ein Notfall wie neulich bei mir, mit Schmerzen bewegungsunfähig in der Wohnung zu liegen, mit einem Hund der Gassi muss, aber nicht alleine raus kann und das Tage und nicht nur 30 Minuten. Muss ich mich jetzt schlecht fühlen, weil ich am Sonntag halb angezogen mit dem Mann auf dem Sofa sitze und spontan keine Lust hatte mich anzuziehen, den Mann rauszuwerfen und mit dem Bus zu ihm zu kommen? Bin ich jetzt eine schlechte, egoistische Tochter, weil ich nicht gesprungen bin und erstmal andere Lösungen gesucht habe? Egal, dazu musste ich dann erstmal den Mann anschimpfen und später noch Freunde voll texten. Die nur zugefallene Tür ließ sich dann wie von mir empfohlen mit einer Karte öffnen und das Thema hatte ich erledigt, in 3 Minuten.

Gekocht die Nudeln, aber der Mann brachte noch einen Burger mit. Dem Mann jetzt doch Küchensachen aufgeschwatzt, er hat kaum welche und meine Mutter hat sehr viele hochwertige Sachen, die jetzt wegmüssen. Vakuumverpackten gemahlenen Kaffee, der seit 6 Monaten abgelaufen ist, wollte er aber nicht. Die Sachen mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum in Deutschland interpretiert er eher als: „Todesgefahr ab folgendem Datum“. Dass luftdicht abgepackter Kaffee aber auch nur irgendwann schlecht wird, glaube ich nicht, lediglich geschmacklich sind irgendwann Einbußen zu erwarten. Aber gut in Afrika abgelaufene Dinge zu essen/trinken, ist glaube ich eine andere Nummer als in Deutschland. Die Sonne scheint, der Kaffee schmeckt und frische Luft strömt über den Balkon in die Wohnung. Muss später noch in die Elternwohnung, weitere Sachen einpacken und dem Vater eine Unterschrift geben, das Finanzamt macht nämlich gar nichts ohne meine Einwilligung.

Kalt ist es, aktuell mal keine Schmerzen und auch nichts Seltsames los im Kopf. Noch keine Nachricht erhalten, was mit meiner Lieferung von Samstag war, nix geliefert, heißt für mich nämlich auch nichts bezahlen. Medikamentenreduktion läuft, ohne positive oder negative Nebenwirkungen, vielleicht wirklich nur noch eine Placebodosis, die ich da nehme. Immer noch kaum Musik gehört, ich bin sauer auf die Liebe meines Lebens. Versuchen wir es trotzdem ein bisschen gute Laune zu verbreiten:

Nacht, Grün, Zigaretten, Dämmerung und träumen

Ein Gruß aus der Nacht! Nicht ganz wach und zu kurz geschlafen. Der Vater brachte gestern noch mehr Kram hier hin, ich will nicht mehr. Pizza gestern verkackt, also den Teig, alles nicht so geworden, scheint wohl wieder eine schlechte Zeit zum Kochen zu sein. Zum Kochen brauche ich geordnete innen und außen Verhältnisse. Beides nicht gegeben gerade. Über die Kollegin geärgert, das hört wohl nie auf, alles Kindergarten, da schmeißt eine Ü50 Frau ständig mit Sand nach mir, aber Ruhe bewahren. Heute Büro mit Beratungen und Azubi für mich, mal sehen, wie es wird. Kochbox gestern doch noch mit über 24 Stunden Verspätung erhalten, ich hoffe, der Kram ist noch gut, denn die Kühlelemente waren geschmolzen. Eine neue Bluse erhalten in Selenskyj grün. Mal sehen, ob ich es heute zum Orthopädie-Shop schaffe. Zigaretten sind zum Morgen ganz schrecklich geworden, ich rauche trotzdem, hustend.

Rosa Licht durchbricht die Nacht, es dämmert und ich halte mich an einem Kaffee fest. All diese Dinge der Mutter, ihr Schatz, meine Last gerade. Eigentlich bräuchte ich wie der Vater jetzt einige Tage frei, um mit dem Kram der Mutter, den endgültigen Abschied an ihre Gedenkstätte klarzukommen. Der Vater versteht nicht, warum ich gerade nicht neben Krankheit und Arbeit noch hoch motiviert in der ehemaligen Elternwohnung stehe. Ich habe weder Zeit noch Kraft dazu. Der Mann scheint auf Arbeit endlich mehr zu tun zu kriegen und hört sich erfreut an, für mich immer noch unrealistisch alles. Gerade gar keinen Bock auf Musik im Alltag, zu emotional, also Ruhe im Bus und abends dann eher Fernsehen. Gestern Luzifer geschaut, nachdem der Vater mich mit dem Chaos der Dinge allein gelassen hat. Besser keine Nachrichten geschaut, Ängste, gegen die man nichts machen kann, kann ich gerade nicht gebrauchen. Nur morgens springt die Jukebox im Kopf kurz an, heute gibt es diesen Traumsong:

Stress, Schmerzen, leere Wohnung, Mutter und was draußen passiert

Guten Morgen, war das stressig gestern, war die Nacht wieder kurz und schlecht. Neue Dinge grüßen hier, ich muss echt aufpassen, denn sowas wird mir schnell zu viel. Ich kann den ganzen Mutterkram aber nicht wegwerfen, auch wenn ich einen Lebensstil mit möglichst wenig Dingen bewundere. Gestern noch Möbel und Bücher mitgenommen, die Sammlung der Mutter ist so groß, das ist wenig immer noch viel. Immerhin frei heute, aber ich müsste zum Arzt, zum Friseur, den Keller aufräumen, einkaufen, putzen und will gerade gar nichts davon. Kann das alles nicht irgendwer anders erledigen? Kann das alles nicht warten? Gestern reichlich Menschen aus der Ukraine gesichtet, u.a. eine Frau, die sehr laut schrie und heulte. Sehr schön, dass am Sonntagmittag weder der sozialpsychiatrische Dienst noch der Krisendienst erreichbar ist. Eine wie es scheint unpassende Zeit, um Hilfe zu brauchen. Seelisch bin ich gerade ganz gut drauf, körperlich eher weniger. Ich habe Schmerzen, husten, kriege schlecht Luft und habe eine beschissene Kondition. Aus dem Spiegel grüßt immer noch die dicke Frau. Was ich so will? Gar nichts. Lasst mich einfach alle in Ruhe, ich muss leidend im Bett oder auf dem Sofa liegen.

Medikament seit 2 Wochen um 10% reduziert, scheint derzeit keinen Unterschied zu machen, zumindest bei der Seele. Gegessen Pelmeni und später ein Lahmacun mit Salat. Keinen Bock zu kochen. Spatzen singen lauter als die Straße rauscht, warten wir auf die Krähen. Der Vater stöhnt nur, weil er die Wohnung räumt und renovieren lässt, 30 Jahre wohnen verschwinden nicht so schnell. Je leerer die Wohnung wird, umso schöner finde ich sie. Wäsche trocknet auf dem Balkon und die Ära der Elternwohnung und die Zeit mit dem Vater geht vorbei. Das Haus der neuen Freundin als mein Elternhaus anzusehen, mehr als unpassend, ich kenne die Frau gar nicht und selbst wenn, es wird nie einen Ersatz für meine Mutter geben, zumindest in meinem Leben. Dieser Stuhl ist nicht neu zu besetzen. Alte Fotos der Mutter entdeckt, schlank, stark, stolz, jung und schön blickte sie von den Fotos, so erinnere ich mich an sie. Was hat sie ihr ganzes Leben gekämpft, für sich, aber auch für mich. Der Stiefvater versteht das alles nicht, meine Bindung zu ihr, war so viel enger als deren Verbindung, wir waren eins, manchmal war nicht klar wer wer ist. Ihm ist die Partnerin gestorben, mir meine zweite Hälfte.

Wenn ich das so lese, vielleicht bin ich seelisch auch nicht gut drauf, weitab von psychotisch, aber in Trauer. Abschied, loslassen, für mich erst jetzt, während er schon lange neue Wege geht. Ach was schreibe ich hier, mir geht es nicht so gut und Mamas Musik läuft: Geht die Welt heute unter, geht sie ohne mich….

Bauchschmerzen, gebrochener Rücken, Homeoffice, Lager und morbide

Guten Morgen, wegen Bauchschmerzen früh ins Bett und gerade früh wieder raus. Kaffee gekocht und vor den Rechner gelegt. Gestern doch alles anders als geplant, denn der neue Kollege meldete sich krank. Also auch zu Hause geblieben und an der Webseite gearbeitet. Immer noch kein Corona für mich, aber für den besten schwulen Freund, der sich in Quarantäne befindet. Ganz schlechtes Essen bestellt, kam dann nach über zwei Stunden Wartezeit kalt hier an. Ich erinnere mich endlich woher mein Rückenschaden kommt, vom Ballett in Köln. Damals zwangen sie mich mit aller Gewalt den Rücken, solange nach hinten zu dehnen bis zwei Bandscheiben rausknallten. Meine Mutter sah da keinen Handlungsbedarf, lasse uns mal keinen Stress machen waren ihre Worte damals, dabei haben mir die mir bereits mit 11 Jahren den Rücken gebrochen! Die Methoden der Ballettakademie Köln waren damals sehr brachial, alternativ saß auch die Lehrerin bei Dehnübungen auf einer Schülerin bis sie heulte. Schön, dass ich es endlich wieder weiß, nur ich denke bereits verjährt? Seitdem ich 20 bin, habe ich deswegen aber immer wieder starke Schmerzen. Na ja nächste Woche Orthopäde, vielleicht mal ansprechen. Ich erinnere mich aber auch, dass meine Lehrer mir sagten, dass wenn ich lebenslang Sport mache, es kein Problem werden sollte, doch ein großes Problem, sollte ich keinen Sport machen.

Sport mache ich schon jahrelang nicht mehr und mein Übergewicht durch die Neuroleptika macht es noch schlimmer. Heute Homeoffice mit Terminen, ich freue mich auf das erste Gespräch, eine sympathische alte Lady. Es ist dunkel und kalt, bloß keine Nachrichten schauen, überall Krieg und Angst, also nur wohldosiert informieren. Der Vater hatte gestern Geburtstag und Pakete erhalten, eines kam aus den USA. Das war bei Amazon nicht ersichtlich, wo ich bestelle. Die Händlerangaben sind immer sehr versteckt zu finden, ziemlich blöd, nachdem jetzt immer mehr chinesische Händler fragwürdige Ware über die Plattform anbieten. Mein privates E-Mail-Fach quillt über, keine Lust zu antworten, alles zu viel gerade, telefonieren gerne, aber nicht ständig tippen. Immerhin langes Wochenende durch den Frauentag nächste Woche. Heute Nachmittag Lager räumen, die restlichen Warenbestände aus dem Laden verschenken. Ich hoffe, irgendwer freut sich darüber. Geschäfte mit dummen (rechtsradikalen) Sachsenmädchen mache ich nie wieder, da verschenke ich lieber an türkische Muttis. Kanye West ist wieder Single und singt davon, dass sein Leben nicht einfach war, er sollte mal in meinen Schuhen laufen, ich glaube, er würde die Sicht auf sein Leben korrigieren, aber schön morbide das Video:

Rücken, Indien, Ignoriert, Anonymous und Weltkarte

Guten Morgen, noch nicht ganz wach, aber der Rücken ist wieder besser. Gestern krampfte es plötzlich und der aufrechte, schmerzlose Gang verließ mich. Damit dann auch kein Einkaufen, sondern herumliegen, Essen bestellen und warten bis der Schmerz aufhört. Der Mann kam dann zu Besuch, was gerade besser ist, denn wenn man in der Stile in der Wohnung sitzt, hört man plötzlich Geräusche, die normalerweise, von Musik oder Fernsehen übertönt werden. Verstanden, warum sich Indien aus der Wahl rundum Russland rausgehalten hat, die sind dicke Freunde. Das war mir bisher nicht klar, ich hatte Indien bisher eher unserer Kultur zugeordnet. Ich frage mich auch, was ist mit dem Afrikaner? Die wurden gar nicht gefragt, wie sie zu Russland stehen?! Das sind ziemlich viele Menschen, ein großer Kontinent, vielleicht auch mal befragen? Viele Mails gestern geschrieben, heute so weit mein Rücken will zum Vater und in den Wald danach. Der Hund scheint schon alles vergessen zu haben, was hier passiert ist, ich leider nicht. Homeoffice gestern langweilig, die Arbeitsstrategie sollte sich bald wieder ändern. Der Kaffee schmeckt, der Mann telefoniert und ich habe meine schreibende Zeit am Morgen für mich.

Ist aber nicht so entspannend zu schreiben, wenn einem jemand im Nebenzimmer im Nacken sitzt. Aufgeregt über eine Ratsuchende, aufgeregt über den Mann, zuhören scheint eine Fähigkeit zu sein, die nicht jeder hat, oder liegt es an mir? Spreche ich so verwirrend? Oder liegt es daran, dass ungewünschte Nachrichten einfach mal ignoriert werden? Ich höre dann mal auf, mich zu wiederholen, bis mein Gegenüber zuhört. Ist einfach zu anstrengend, gegen die Ignoranz anzureden. Die Sonne scheint bei Minusgraden, was wird aus dieser Welt? Ich war gestern sehr glücklich, dass Anonymous auf unserer Seite ist, für mich im Informationszeitalter, eine sehr wichtige Gruppe von Köpfen, die sicher einiges bewegen können. Tja es wird wohl Zeit, dass ich Erdkunde-Wissen nachhole, in der Schule habe ich in diesem Fach ziemlich versagt. Aber es gibt es ja die Weltkarte für alle Rückfragen. Ich hoffe schwer, dass mein Schulatlas aus den 70ern dann nicht bald wieder aktuell wird. Kann die Freundin von Putin nicht mal was Schönes mit ihm unternehmen? Vielleicht eine Reise nach Indien? Würde mich eigentlich wundern, wenn sie keinen Einfluss auf ihn hat. Die Krähen schreien, mein Konto ist immer noch leer, der Körper krank, die Mutter tot und es herrscht Krieg. Willkommen in meinen wundervollen Leben, aber ich weiß den Menschen in der Ukraine geht es schlechter. Jammern in Berlin ist gerade ein Luxusproblem. Der erste Song heute in meinem Ohr war ein für mich bereits Klassiker, ein sehr beruhigender wie ich finde:

Die Dame, DHL-Wunder, nicht selbstverständlich und Fraggles

Guten Morgen, diagonal im Bett erwacht. Ganz gut geschlafen und aktuell am Kaffee festgehalten. Neuerdings nennen mich Leute Dame, doch nichts rebelliert in mir, im Gegenteil es hat mich gefreut. Es macht keinen Sinn weiterhin Teenager oder Twentysomething sein zu wollen, wenn im Ausweis Ü40 steht. Das bedeutet nicht nur alt zu sein, das bedeutet auch erwachsen zu sein. Gestern nicht so viel passiert, vor mich hingearbeitet und oh Wunder: „Meine Pakete durch DHL geliefert bekommen!“ Mega große und schwere Pakete! Erst wollte er sie im Erdgeschoss stehen lassen, aber dann sah er mich humpeln und brachte sie doch zur Wohnung. Dafür gab es dann Trinkgeld, auch wenn ich normalerweise DHL kein Trinkgeld gebe. Aber wer mir über 40 Kilo Getränke schleppt, verdient ein Trinkgeld. Nichts gekocht gestern, Reste gegessen, ich finde eigentlich sollten jetzt die Männer kochen, die ich die letzten Jahre bekocht habe, da das nicht passiert, gibt es ja noch Lieferdienste. Für die Lieferdienste habe ich mich jetzt mit Gutscheinen ausgestattet, sodass 40% Rabatt möglich sind. Rücken passabel, Verdauung fast gut und Blutdruck normal, ja es ist so schön, wenn der Schmerz vorbeigeht!^^ Viele Dinge im Leben werden als selbstverständlich gesehen, Schmerzfreiheit zum Beispiel, bis man sie dann verloren hat.

Es ist wirklich nicht fassbar wie unwissend und undankbar gesunde Menschen im Wohlstand sind, es geht ihnen blendend, aber sie wissen es nicht. E-Mails geschrieben, gechattet gestern, es gibt wohl wieder einen kleinen Job für mich extra. Ich hoffe, die Übungsleiterpauschale reicht dafür aus. Bei Lohnsteuerklasse sechs kann man gleich Geld an den Staat spenden. Die Paketboten für die Nachbarn klingeln gerade nicht bei mir, erst für gut befunden, dann angefangen zu fragen wieso, ist irgendwas passiert? Oder Zufall, weil die im EG jetzt immer öffnet? Die Sonne scheint bei 5 Grad, es scheint ein freundlicher Tag zu werden, abgesehen von starkem Wind. Meine Mutter, ich bin mir sicher, sie ist hier irgendwo als begleitender Schutzengel und nicht mehr als Dämon meiner Jugend. Vom Vater nichts gehört, langsam vermisse ich ihn, den Hund sowieso, aber der Hund hier in meiner Wohnung, immer noch Trauma. Warum auch immer gerade an die Fraggles gedacht, das ist doch mal ein Tagesmotto: „Sing und schwinge das Bein, lasse die Sorgen, Sorgen sein.“…