Schuld, Todsünden, Vater, Hip-Hop und Opfer

Guten Morgen, ein Gruß aus der Nacht, Teil 2, denn der Nachbar meinte gegen 2:30 Technomusik zu hören, nicht laut, aber laut genug um mich zu wecken. Es ist Schnee gefallen in Berlin, sieht wunderschön aus und aufgewacht aus einem Traum mit dem Bibelsatz: „Und vergib uns unsere Schuld, wie wir unseren Schuldigern vergeben.“ Was für ein Hohn, wenn man meine Erinnerungen hat. Keine Ahnung, warum ich mich gerade jetzt an diesen Satz erinnere, das kommt doch gleich nach dem Satz „Und halte ihm auch die andere Wange hin“. Keine Ahnung warum dieses Bibelwissen gerade in meinem Hirn wieder aktiviert ist, dass es da ist, ist aber keine Wunder nach meiner Ausbildung in jungen Jahren. Da kommen wir doch gleich auch zu den 7 Todsünden bei denen ich auch schuldig bin. Wobei Völlerei und Faulheit bei mir auch medikamentös/krankheitsbedingt sind. Keine Ahnung, ob das jetzt ein guter oder schlechter Morgen ist, mit solchem Kram im Kopf zu erwachen.

Passabel geschlafen, gestern spazieren gewesen mit schwangerer Kollegin, es war kalt, aber ich denke es hat uns beiden gutgetan. Gegessen dann vom Asien-Imbiss, denn ich hatte nach dem 2 Stunden Spaziergang Bärenhunger und war ungeduldig. Ein sehr alter Freund und Kollege hat sich nach Ewigkeiten wieder gemeldet, ich freue mich, ich vermisse die guten Zeiten, die wir hatten. Vielleicht doch kein Zufall, dass ich mit solchen Bibelzitaten im Kopf erwacht bin, denn heute wollte ich meinen ersten Stiefvater anrufen, keine Ahnung, ob ich so weit bin, denn er ist ein schlimmer Sünder und ich bin nicht Jesus. Lassen wir es erstmal sacken, dabei Kaffee trinken im Kerzenschein. Berlin in 2021, Nadine in 2021, das hatte ich mir anders vorgestellt. Das Leben ist kein Wunschkonzert, das Leben ist oft eher die Hölle. Überlegt Ende Dezember zu einem Weihnachtskonzert meiner Kirche zu gehen, ich war schon ewig nicht da, seit Berlin eigentlich gar nicht mehr. Die spontane Idee über Weihnachten vielleicht doch noch zu verschwinden ist vorerst gescheitert, keiner will/kann mitkommen und Weihnachten allein auf einer spanischen Insel, ist dann vielleicht doch nicht so förderlich und unterhaltsam. Vielleicht nächstes Jahr, die Insel läuft mir absehbar nicht davon.

Denke ich an Stiefvater eins, habe ich Bauchschmerzen, fast so schlimm wie beim Tod der Mutter. Keine Ahnung warum sich bei mir seelische Schmerzen auch immer körperlich äußern. Dass das es nur am Essen liegt, glaube ich nicht. Auch mit dem Mann gesprochen gestern, er wollte sich mit unserem Trauzeugen treffen, mit dem es Streit gibt. Ich hoffe, diese Freundschaft ist noch zu retten. Die Menschheit, ein egoistischer Sünderhaufen? Ein Leben, das einem zum Sünder macht? Unschuldig geboren und vom Leben versaut? Ich finde es ist ein Unterschied, ob Sünden eine freie Entscheidung sind, oder durch das Leben erzwungen wurden. Ein Opfer trägt für mich eine andere Schuld, als ein Täter, der selber kein Opfer war. Aber woher weiß man das? Also welcher Täter auch Opfer war? Schwierig zu beurteilen, ohne nicht jede Geschichte zu kennen. Doch wer kennt schon alle Geschichten? Wer hat die Geduld und Zeit sich das alles genau anzuhören? Handeln und urteilen wir nicht alle viel zu schnell? Denke da an meine zwei Hauptdiskrimierungspunkte: Menschen, die mich verurteilen, weil ich dick bin und Menschen, die mir allein die Schuld für meine seelische Erkrankung geben. Die kennen mein Leben nicht, die haben keine Ahnung wodurch ich gehen musste und was mir angetan wurde.

Denke da an meine Hausärztin und an einen Jobcenter-Mitarbeiter, die beide meinten, sie könnten über mich urteilen, ohne mich zu kennen. Das ist dann Hochmut? Und Faulheit, weil sich keine Geschichte angehört wurde? Es gibt so viele traurige Geschichten auf der Welt, nicht nur meine, so viele verletzte Seelen. Ist eine Sünde eine Sünde, wenn sie nicht vorsätzlich verübt wurde? Ich finde da gibt es schon einen Unterschied zwischen vorsätzlich und nicht vorsätzlich.

Denke dabei an einen meiner Vergewaltiger, er kam aus einem Kriegsgebiet und war nach Deutschland geflohen, die Gewalt, die er erlebt hat, möchte ich nicht kennen und durfte sie doch kennenlernen. Er saß lange im Knast in Berlin, nicht meinetwegen, ein Opfer von frühkindlicher Gewalterfahrung? Der böse kriminelle Ausländer? Ich wünschte, ich hätte ihn nie getroffen. Er hat mein Leben ein Stück zerstört, so wie sein Leben zerstört wurde? Keine Ahnung warum ich solche Freunde haben musste, aber die Hip-Hop-Bewegung der 90er in Berlin war eine Sammlung solcher Menschen. Schlager zu hören wäre wohl besser für mich gewesen. Doch ich wollte cool sein und habe mir damit das Trauma meines Lebens abgeholt!? Sicher der Grund warum ich mich vom Hip-Hop abgewendet habe und eigentlich auch alle Kontakte von früher meide. Dabei waren das verdammt viele Kontakte. Es ist ein Spießrutenlauf, vor all diesen Leuten in Berlin wegzulaufen oder man bleibt gleich zu Hause, was ich dann gewählt habe. Wilde, traumatisierte und kriminelle Kinder und ich mit meiner Jesus-Erziehung mittendrin, das konnte doch nur schiefgehen. Die Wut darüber hat mich bis heute nicht losgelassen, aber ich hoffe ich komme irgendwann an den Punkt wo ich sagen kann: Ich bereue nichts!

Kerzen, erschöpft, spazieren, das wütende Mädchen und alle Tassen

Guten Morgen, Kerzen in der Dunkelheit für die Erwachende. Viel besser als noch mit zugekniffenen Augen viel zu helle elektrische Beleuchtung anzuschalten. Gestern viel telefoniert und viel geschlafen. War so erschöpft. Einkaufen gewesen und reduziertes Sushi und reduzierten Salat gekauft und später gegessen. Ohne Kochbox gerade keine Motivation zu kochen. Vielleicht heute wieder kochen, es gibt noch frischen Spinat. Heute Mittag verabredet zum Spazieren, ist nur etwas kalt geworden zum Spazieren. Aber wie sagt man so schön: „Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung.“ Ein weiteres Treffen mit einem alten Freund ist geplant, bei ihm nur schwierig, denn er ist ungeimpft, da können wir dann nirgendwo hin mit, also auch spazieren?

Die Nummer mit dem Stiefvater 1 bewegt mich sehr, ich möchte ihn sprechen, aber ich bin auch so wütend, allein die Erinnerung an ihn bringt mich zum Heulen. Da steckt noch ein verdammt wütendes kleines Mädchen in mir, welches jetzt über 30 Jahre durchgehalten hat diesen Mann zu hassen. Man nennt mich auch die dickköpfige nie vergessende? Ist aber tatsächlich so, ich vergebe, aber vergesse nie, bei ihm weder vergeben noch vergessen. Die Verletzung, Traumatisierung und Enttäuschung sitzt zu tief. Ich dachte ich hätte einen Vater gefunden, eine bessere Zukunft und dann war der doch nur eine feige Sau, die weglief und mich und meine Mutter in einer schlimmen Situation allein ließ. Die überforderte Mutter versuchte deswegen dann mehr zu arbeiten, ließ mich allein und schlug auf mich ein, als sie nicht mehr konnte. So viel dazu, woher die Wut kommt. Habe Angst vor dem Gespräch, vielleicht brülle ich auch einfach rum und lege wieder auf.

Freue mich, dass der alte Freund wieder draußen ist, ich hoffe er schafft es dieses Mal länger draußen, als im Knast zu sein. Romantisch habe ich keine Ambitionen bei ihm, aber ich fühle mich ihm schweigend tief verbunden. Vielleicht kann ich ja helfen dabei, denn mein Eindruck ist, dass er immer wieder in der Scheiße landet wegen falscher Freunde. Schäme mich zwar ihn so dick zu begegnen, aber eigentlich weiß ich doch, dass es ihm wahrscheinlich ziemlich egal ist wie dick ich gerade bin, Hauptsache ich lebe. Heute frei, irgendwie brauche ich gerade die langen Wochenenden für meine Seele und mich. Zum Glück hat die Chefin dem zugestimmt, ich kann die Stunden später abarbeiten oder wir verrechnen es mit Urlaub. Der Kaffee schmeckt aus gelber Tasse, eine Tasse meiner Mutter, das mit den Tassen hat meine Mutter sehr ernst genommen, sie hatte mit geschätzt 50 Tassen immer alle Tassen im Schrank? Keine Ahnung was sie vorhatte, Kaffee trinken mit der gesamten Nachbarschaft zur gleichen Zeit? Auch war sie immer besorgt um meine Tassen im Schrank, deswegen hat sie mir ständig welche geschenkt? Ich mochte das nie, aber jetzt nach ihrem Tod nehme ich gern ein paar mehr Tassen, als ich eigentlich brauche.

Es dämmert, die Kerzen werden unnötig, der Kaffee kalt. Frühstück? Wieder ins Bett? Oder doch das Bad putzen? Gar nicht geputzt diese Woche, ich habe andere Probleme, auch der Ehemann erscheint gerade uninteressant. Immerhin passende Musik zum Morgen gefunden:

Früh, Wohnzimmer, Küche, älter und blond

Guten Morgen, damit hätte ich nicht gerechnet, dass die Lebensmittellieferung vor sieben kommt, also gerade aufgewacht durch ein Klingeln und noch total verpeilt. Ein junger Mann kennt jetzt mein Nachthemd, gekrönt durch verschlafenes Gesicht. Der Mann hat kein Corona, ist aber immer noch beleidigt, weil ich meinte ohne Testergebnis kein Treffen heute. Er macht daraus: „Du hast gesagt, ich habe Corona, deswegen brauchen wir uns nicht zu sehen.“ So viel zu afrikanischen Querdenkern in Berlin. Das freut die Braunen aus Sachsen sicher sehr!^^ Ganz gut geschlafen, den Mann sehe ich natürlich trotzdem. Ein grauer Novembertag, aber immerhin bisher kein Regen wie gestern. In der leeren, sehr hallenden Küche meiner Mutter gestern das letzte Mal gekocht, war das traurig. Noch ein Stück von ihr verschwindet und die gemeinsame Zeit mit dem Vater der letzten Jahre auch.

Aber ich bin noch da, heute ein Jahr älter, obwohl erst gegen 10:20 Uhr, um genau zu sein. Dass ich aber bis 10:20 noch sterbe ist glaube ich unwahrscheinlich, ich blicke optimistisch in die nächsten drei Stunden. Das neue Wohnzimmer gefällt, ich vermute, der Vater wird heute noch was für die Verbesserung des Wohnzimmers tun? Es war ein Couchtisch im Gespräch und ich brauche noch immer eine Fernseher-Befestigung? Ich hoffe, es ist eines von beiden. Ja worüber frau sich als Erwachsene freut. Früher war ich ja so Spaß orientiert!^^ Gestern den Reis beim Kochen verkackt, aber es ging trotzdem, später zu Hause dann sehr geheult. Meine Mama ist tot, der Vater löst die Elternwohnung auf und ich bin jetzt eine alte Schachtel mit Bierbauch ohne Bier getrunken zu haben. Für heute einen Friseurbesuch geplant, eigentlich nur Spitzen schneiden, endlich die Reste meiner Efassor (Farbentzug) Katastrophe rausschneiden lassen. Keine Ahnung, warum ich vor knapp vier Jahren meinte, blonder sein wäre ein gutes Ziel. Kaputte blonde Haare sind aber dann doch nicht dekorativ.

Ich glaube ich gehe wieder ins Bett, bisher nur Newsletter Glückwünsche. Und ich ahne schon, heute wird ein romantischer Abend mit dem Mann…..

Kino, Nachtschreck, frei, gekocht und Zeitsprung

Guten Morgen, ganz passabel, aber zu kurz geschlafen. Als ersten Kinofilm nach 2 Jahren einen Film mit Überlänge zu nehmen, war nicht so schlau. Über drei Stunden im Kino verbracht, mit einem Film der in Mitte dann doch sehr langatmig war. Aber durchgehalten, James Bond hat mal wieder die Welt gerettet. Heute frei, das brauche ich auch, irgendwie reichen mir derzeit 4 Tage Arbeit die Woche, ich bin auch dann schon fertig. Der Mann ist noch da, heute Nacht war ich glaube ich der Nachtschreck. Heißt, ich möchte sehr viel Platz im Bett und die Nase war halb verstopft. Blutdruck unten, vor den Tabletten, ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich panisch war und deswegen hohen Blutdruck hatte, oder ob ich hohen Blutdruck hatte und deswegen panisch wurde. Oder beides?

Der Tag dämmert, zum Glück freigenommen, genug erlebt mit der Arbeit die Woche, mir reicht es dann und ein Privatleben habe ich ja auch noch. Gekocht Gnocchi mit Bacon und Tomaten-Walnuss-Pesto, Pesto selber machen ist immer noch neu für mich, aber dieses war lecker. Vielleicht heute noch zum neu eröffneten Netto gehen, die Pfandflaschen türmen sich. Ich ahne schon, dass der Mann sich wieder Rührei zum Frühstück wünscht, finde ich gerade auch gut. Rührei sind die neuen Brötchen, das gibt es meist nur am Wochenende. Ich hoffe der Mann hat bald den neuen Vertrag in der Tasche, bisher gibt es nur Vertragsentwürfe. Der Kaffee schmeckt und ich kann das Rauchen immer noch nicht lassen, gestern nach dem Kino konnte ich kurz riechen, wie eklig Rauch eigentlich riecht. Der Vater hat wieder abgesagt, irgendwie wird seine neue Familie immer mehr Prio für ihn, keine Ahnung wie ich das aufhalten soll, besonders wenn es bald keine Elternwohnung mehr gibt, wo wir uns treffen können. Der Herbst war die letzten Tage wunderbar, gelbes, oranges und braunes Laub leuchtete im Sonnenschein, einfach herrlich anzusehen. Heute Nacht wieder der Zeitsprung und ich bin dabei:

Zwischen wach, Corona, das verrückte Berlin und Mutter

Guten Morgen, zwischen wach, ich lege mich gleich auf jeden Fall wieder hin. Aber der Mann ist gerade in der früh weggeeilt. Keine Ahnung was heute ansteht, der Vater ist krank und es ist unklar, ob wir uns heute sehen oder nicht, gestern hat er schon abgesagt. War aber gut für mich, so hatte ich mal einen Tag zu Hause. Gekocht asiatisch und dazu Entenschenkel, ist gut geworden ohne Kochbox, obwohl ich mich mittlerweile an kein genaues Rezept mehr halte. Im Haushalt nur bedingt was gemacht: Wäsche gewaschen, Kleider im Schrank sortiert und Bad geputzt, mehr war nicht drin. Der neue Küchenmülleimer ist angekommen und wurde für gut befunden, er ist größer als der Alte. Nachts noch unseren Trip nach Stralsund geplant. Corona bedingt fällt leider vieles aus. Vielleicht auch besser, wenn man sich die rote Ampel in Berlin anschaut. Aber klar, hier in Berlin läuft fast alles wie vor Corona: Einkaufsmeilen geöffnet, Bars, Restaurants, Clubs, alles geöffnet und reichlich besucht. Endlich eine Chance sich nicht nur in den öffentlichen Verkehrsmitteln anzustecken. ^^

Ehrlich gesagt hoffe ich fast, dass der Vater absagt, zu Hause bleiben und keine Menschen finde ich gerade auch attraktiv. Ich habe die ganze Woche mit Menschen zu tun, man will ja auch nicht jeden Tag das Gleiche essen und machen. Haare färben wäre auch mal wieder dran, aber das mache ich nur, wenn ich allein bin, wie auch andere Sachen. Die Tage mit Kanye West beschäftigt, er war in Berlin und hat seinen Ruf als Verrückter alle Ehre gemacht. Fällt hier nur nicht so auf, denn Berlin gehört den Verrückten. In seinem Kopf möchte ich gerade nicht wohnen, es muss die Hölle sein. Aber anders als meine Kunden muss er jetzt nicht aus der Verrücktheit heraus, Anträge bei der Krankenkasse, dem Arbeitsamt oder dem Sozialamt stellen, um seinen Arsch finanziell zu retten. Wer reich genug ist, darf so verrückt sein wie er will? Es sei ihm gegönnt.

Die Sonne geht auf, das Schlafzimmer ist jetzt gelüftet mit frischer kalter Luft und ich halte mich an einem Kaffee fest. Der Mann schnarcht auch, ich will nie mehr Gejammer hören, wenn ich schnarche, das kann er auch ganz gut. Mein aktueller Diättipp sind Eier, hatte ich 1-2 Eier zum Frühstück, habe ich sehr lange keinen Hunger mehr. Ich vermisse meine Mama, ich denke das wird nie aufhören, ich hoffe nur, dass die Häufigkeit mit der Zeit weniger wird. Nach Hemden für den Mann geschaut, im Büro, als Zuständiger für Finanzen, vielleicht doch kein Primark T-Shirt und die verbeulte Jogginghose. Auch wenn das natürlich auch ein Zeichen ist, dass er mit den gegebenen Finanzen sparsam und verantwortlich umgeht. ^^

Muss dringend den Keller aufräumen, noch mehr Kram von meiner Mutter steht hier rum und ich ahne schon, wird ihre ehemalige Wohnung vermietet, werde ich noch mehr Kram/Schätze bekommen. Zurück zum Bett, ich höre es rufen, jetzt ist endlich Platz und Ruhe, um mich in die Mitte zu legen und selber Krach zu machen. Vertonen wir das mit einem meiner Lieblingssongs zum Entspannen:

Freude, blaues Auge, Abifreund, Mutter und Arbeit

Guten Morgen, ganz passabel geschlafen, vielleicht doch früher ins Büro. Gerade sehr viele Beratungen, aber mein Azubi macht mir langsam Freude. Noch mehr Freude gibt es durch den Mann, der hat anscheinend endlich qualifizierte Arbeit gefunden. Leider bei einem Start-up, ich hoffe, das geht gut, die Konditionen scheinen aber in Ordnung. Jetzt muss er den Job nur noch behalten, ich werde helfen, wo ich kann. Bei einem Hotel in Stralsund angefragt, vielleicht geht es da im November noch hin. Der Vater kam gestern verschnupft ohne Bohrmaschine zur Pizza, kurz gesprochen, aber der hungrige Hund stresste gewaltig mit Kratzen am Boden. Wie es ausschaut werde ich das Wochenende durcharbeiten, obwohl ich morgen einen Urlaubstag nehmen werde, aber immerhin Montag halb frei. Morgen wartet das Lager auf mich, es wird Zeit das endlich zu Ende zu bringen. Ich weiß, dass auch meine Mutter damit kein Problem hätte. Die Frau vom aggro Psychonachbarn gestern gesichtet, sie hat ein blaues Auge. Dieser Mistkerl hat sie geschlagen? Der soll endlich ausziehen! Ich glaube nämlich nicht, dass sie irgendwer anders geschlagen hat. Ruhig ist hier gespenstisch ruhig und der Kaffee schmeckt.

Mit dem Abifreund aus Norddeutschland gechattet, er will nach Berlin, aber ich weiß nicht, ob ich ihn darin unterstützen sollte. Das Berlin, nachdem er sich sehnt existiert nicht mehr, denn er hat hier vor 20 Jahren gewohnt, seitdem ist hier sehr viel passiert und ich meine nicht nur den Mietenwahnsinn. Er ging doch davon aus, man könnte zentral in der Stadt für 400 Euro eine 2-Zimmerwohnung bekommen, ja träume weiter. Eine Einzimmerwohnung am Stadtrand vielleicht. Irgendwer macht hier jetzt abends/nachts im Hausflur Krach, ich meine einen afrikanischen Dialekt gehört zu haben. Bald Geburtstagsurlaub, den werde ich auch brauchen, ein Termin beim Friseur und der Kosmetik sind geplant, sonst aber nicht viel. Ich brauche dann auch mal Zeit für mich und die Wohnung. Am Sonntag geht es wohl weiter mit der Wohnung des Vaters, er will weiter die Küche ausräumen, dass mir das seelisch nah geht, dass ich am Sonntag nicht noch mehr Arbeit brauche, scheint ihm egal zu sein. Es ist schade, wenn Erinnerungen verschwinden. Ich habe manchmal den Eindruck mein Stiefvater hat wenig Respekt vor den Dingen meiner Mutter. Vielleicht versteht er den Wert auch einfach nicht. Aber gut, so habe ich die Chance ein paar Dinge zu retten, die er vielleicht entsorgt? Die ganzen alten Sachen, vor Berlin, kennt er nämlich gar nicht und hat auch keinen Bezug dazu.

Das war schon bei der Beerdigung so, dass er ihre letzten Jahre als wichtig erachtete, während die Tante und ich ihre jungen Jahre wichtiger fanden, also alles vor Berlin. Die Verdauung ist endlich normal, ich hoffe das ist ein gutes Zeichen, dass der Stresslevel in meinen Leben sich wieder normalisiert. Brauche wirklich wieder geregelte Verhältnisse und nicht ständig Ausnahmezustand, weder beruflich noch privat. Mehr auf den Schlaf und die Ernährung zu achten scheint hilfreich. Auch morgen einen Urlaubstag nehmen, ist, denke ich taktisch klug. Ich schaffe die volle Arbeitsleistung auch an 4 Tagen mit weniger Stunden, das sollte bloß nur nicht die Chefin erfahren, ich bin nämlich nicht scharf auf eine Lohnkürzung wegen Effektivität. Weniger Geld bei gleicher Leistung wie andere mit mehr Stunden ist nämlich irgendwie keine Belohnung oder Option. Wenn ich arbeite, bin ich halt ein Arbeitstier, ich finde dabei sollten Ergebnisse und nicht die Stundenzahl auf dem Zettel zählen. Genug herumgetippt, der Tag grüßt grau und kühl, aber nicht so windig wie gestern.

Auf zur Arbeit. Alles wird gut, irgendwann…..

Falsche Emanzipation, frei und zu viel gekocht

Guten Morgen, ganz passabel geschlafen. Der Tag gestern war stressig. Der Vater wollte unbedingt Möbel ausräumen und Möbel rücken, damit die Renovierungsarbeiten in der Küche beginnen können. Warum er sich dazu keinen Mann sucht, weiß ich nicht. Er sprach dann von Gleichberechtigung der Frau, was für ein Bullshit! Frau darf also Essen planen für ihn, einkaufen, zu ihm kommen, frühstücken, Schränke ausräumen, Schränke schleppen und sich dann an den Herd stellen und kochen und nebenbei noch einen Schrank schleppen? Gehts noch? Gleichberechtigung heißt nicht, dass ich alle Aufgaben einer Frau erledige und dann noch nebenbei die eines Mannes? Das ist keine Gleichberechtigung, das ist Ausbeutung! Gleichberechtigung ist, dass beide den gleichen Teil an Aufgaben tragen und erledigen. Nicht dass Frau nebenbei noch ein Mann ist, der Mann aber Mann allein bleibt und keine Frauenaufgaben übernimmt. Das ist ein großer Denkfehler der Emanzen der 80er, dass eine emanzipierte Frau einfach alle Frauen- und Männeraufgaben erfüllt. Emanzipation ist es erst, wenn Aufgaben, egal ob traditionell männlich oder weiblich, von beiden Geschlechtern zu gleichen Teilen getragen werden. Klar kann ich auch Handwerken und schleppen, aber dann bin ich nicht gleichzeitig auch Hausfrau, es sei denn ich bin allein. Genug aufgeregt, der Vater hat es auch eingesehen, dass mich während des Kochens zum Schrank schleppen aufzufordern von meiner Seite zu der Aufforderung führte, er möge dann das Essen zu Ende kochen.

Aber heute habe ich endlich frei, es kommen zwei Lieferungen und ich habe eine Telefonverabredung, mehr aber nicht. Vielleicht noch Pfandflaschen wegbringen, die türmen sich. Ein grauer Tag grüßt und der Vogel hält bisher den Schnabel. Keinen Hunger und den Kühlschrank voll von gekochten Sachen, denn auch gestern das Essen beim Vater war zu viel. Aber gut, so muss ich heute nicht kochen, ich kann Wirsingsuppe, Reis mit Tomatensoße oder die Tortellini mit Aubergine haben. Mir gestern Nacht Bodenbeläge angeguckt, aber bevor ich das umsetzten kann, muss erstmal Geld hereinkommen. Die große Lösung: Holzdielen abziehen, ist absehbar nicht machbar und noch teurer. Dem Hund geht es gut, aber gestern nicht dazu gekommen mit ihm zu kuscheln, der Vater hat mich auf Trab gehalten. Komische Welt in Veränderung gerade, aber der Ansatz auf bessere Zeiten zu warten ist vielleicht grundlegend falsch, weil die Zeiten nicht besser werden, sondern eher das Gegenteil während man wartet. Da sehne ich mir doch fast wieder meine Homeofficezeiten zurück, wo ich genug Zeit für Selbstfürsorge hatte. Immer entspannt aufstehen, keine Busfahrten und ein Mittagsschläfchen, wenn die Nacht mal wieder schlecht war. Nur das mit der Essensaufnahme war im Homeoffice eine Katastrophe.

Auf in den Tag, vielleicht ein Ei zum Morgen und mit Musik im Gehörgang:

Vanillekaffee, Küche, Krähen und Berlin.de

Guten Morgen, endlich Sonntag. Endlich keine Arbeit. Vanillekaffee schmeckt und ich fürchte die Reaktion des Terror-Vogels zum Morgen. Gestern nicht lange im Homeoffice gearbeitet, nix zu tun und keine Lust. Also mit Unterstunden Schluss gemacht und etwas im Haushalt geräumt. Später dann für den verschnupften, schlecht gelaunten Mann Putenoberkeule zubereitet, sein Lieblingsfleisch. Heute das hier für den Vater gekocht, wird aber nicht ganz vegetarisch, denn die Tortellini, die ich habe, sind mit Fleischfüllung oder das was sie so nennen. Alles ohne Lieferung einer Kochbox, ich hatte auch so alles da außer Tortellini und Rauchmandeln. Rauchmandeln sind sehr lecker wie ich feststellen durfte. Ruhig im Haus, außer mein Vogel, ich ahne schon, meine Nachbarn „lieben“ den Vogel auch. Aktuell zwei mögliche Käuferinnen für die Sachen meiner Mutter gefunden, mal sehen was wie zu welchem Preis klappt. Keine Ahnung, ob das heute der letzte Sonntag wird, wo ich ihn ihrer Küche kochen werde, denn bald beginnen die Bauarbeiten in ihrer ehemaligen Küche. Erinnerungen verschwinden, Sie verschwindet. Der Vater nannte die Küche die letzten Jahre auch meine Küche, weil da sonst niemand gekocht hat, dann verschwindet also auch meine Zweitküche.

Nächste Woche übernachtet der Hund bei mir und ich werde ihn mit ins Büro nehmen, die Kollegen freuen sich auf ihn, laut eigener Aussage. Überlegt einen neuen Bodenbelag für die Wohnung zu organisieren, einfach mal mit einem Raum anfangen, die Wohnung ist ja eigentlich ok, aber der Fußboden hier ist so verdammt hässlich. Heute Feiertag auf einen Sonntag, da freuen sich die Arbeitgeber und haben Geld gespart. Kurze Schreckminuten zum Morgen, Zahnschiene nicht finden können und Medikament nicht finden können, aber beides noch gefunden. Gerade nicht die Zeit wo ich ausprobieren will, ob ich auch ohne Zahnschiene und Neuroleptika auskomme. Bauch und Kopf sind sich da einig, dass das notwendige Maßnahmen sind. Glaubt mir zwar kein Pharmareferent oder Arzt, dass meine Dosis was bringt, aber die haben den Kram ja auch noch nie genommen. Eigentlich finde ich, dass jeder der Psychopharmaka verschreibt, sie vorher mal selbst genommen haben sollte, um zu wissen fühlen, was diese unzureichend erforschten Medikamente mit einem machen. Lebensqualität ist nämlich auch Gefühl für mich, Leben ohne Gefühl ist wie lebendig begraben sein.

Zurück zu leichteren Themen, das Wetter, es grüßt kalt und grau und Krähen schreien draußen und verscheuchen wieder alle anderen Vögel in der Gegend. Es ist wie ein Revierkampf, wenn die Krähen kommen und jeden anderen Vogel, der hier chillen möchte, verjagen. Ich finde es schade, denn die anderen Vögel hier sind hübscher, netter und singen besser. Gut das ich heute das Haus verlasse, gerade besser nicht zu viel allein sein, sonst werde ich wunderlich. Doch zugesagt, mich als Pressesprecherin vorzustellen, vielleicht finden die mich ja auch scheiße und geben mir den Job gar nicht. Einem meiner Schüler ein Praktikum bei uns versprochen, mal sehen, wie das wird. Gestern Nacht feststellen dürfen, dass Berlin.de offline war, das finde ich schon ein Ding, wenn die offiziellen Seiten einer Stadt wie Berlin offline sind. Angeblich wegen einem Zertifikatsfehler. Erinnert mich jetzt an den Fehler bei Twoday.net wo kein Geld und keine Men-Power vorhanden war, um rechtzeitig ein neues Sicherheitszertifikat zu kaufen und zu installieren. Dass Berlin pleite ist, ist keine Neuigkeit, aber kein Geld für ein Sicherheitszertifikat? Heute früh geht aber wieder alles, also doch noch ein nächtlicher Einsatz vom Techniker? Auf in Tag oder wieder ins Bett? Frühstück gibt es später beim Vater. Schlafen, ich muss mehr schlafen, die Akkus aufladen und ich lasse dazu Joss Stone den Morgen besingen:

Gereiztes Fachwissen, Pinsateig und Urschrei

Guten Morgen, etwas besser, der Besuch vom Vater hat gestern geholfen. Auf Arbeit immer noch alles anstrengend, aber gut vielleicht auch meine Schuld, dass ich dachte, ich könnte den Azubi schnell fit kriegen, nachdem ich selber länger gebraucht habe. Aber der Azubi ist auf dem Papier höher qualifiziert als ich. Stimmung allgemein als gereizt zu bezeichnen, ich bin so sauer und enttäuscht, von vielen Dingen. Der Kaffee schmeckt, die Kippe leider auch, heute wird erstmal nicht gestorben. Später ins Büro vielleicht auch getrennt sitzen vom Azubi. Mich auch an alte Schulfreunde erinnert und sie auf Facebook gefunden, irgendwie war dieses Gymnasium in Lichtenrade mein Untergang. Es gibt schon Gründe, dass ich Lichtenrade seitdem meide, ich denke ich war 20 Jahre nicht mehr da. Versuchen mehr auf die Schlafhygiene zu achten, mehr schlafen, wenn ich dauerhaft nur 5-6 Stunden die Nacht schlafe geht das nicht gut. Gestern das erste Mal Pinsateig für die Pizza verwendet, sehr lecker, werde ich wiederholen. Der Vogel stresst, es ist total ruhig hier, keine Ahnung warum der herumschreien muss. Die Zahnschiene scheint meine Vorderzähne wieder zu richten, das ist wirklich ein großes Geschenk meiner Zahnärztin. Ich habe den Eindruck, sie hat einen alten Zahnabdruck von mir verwendet, um die Schiene zu erstellen. Heute drei Termine, aber keine Präsens, also auch kein Test nötig. Durch den Azubi gemerkt, wie groß mein Fachwissen nach 3 Jahren im Beruf ist, war mir nicht so klar, auch wenn regelmäßig Profis um Rat fragen. Irgendwie hat die Tiefstaplerin ein anderes Bild von mir kreiert. Dieses Wissen mal schnell in einen neuen Menschen hereinzukriegen, klappt also nicht. Die Ungeduld mit dem Azubi, also meine Schuld. Die untreue Freundin schreibt, ob ich noch ihr kostenloser Pressesprecher bin, ich weiß es nicht, sie spricht doch selber viel lieber. Die Musik auf dem iPod nervt, vieles nicht mehr passend, aber kein Wunder, das letzte Mal habe ich die Musik vor Jahren zusammengestellt. Aber keine Zeit, stundenlang Musik zusammenzustellen. Denke viel an die Mutter und ihren Tod, sowas machen Frauen in meiner Familie eigentlich nicht, früh sterben. Der Mann ist emotional gerade weit entfernt, er kümmert sich halt in erster Linie um sich selber, eine gesunde Sache, aber blöd, wenn ich ihn auch brauche. Mich nervt es ständig Leute mit in meine Beratung zu nehmen, ist immer irgendwie eine Prüfungssituation und die Vertraulichkeit mit den Kunden leidet auch darunter, wenn da immer ein Azubi daneben sitzt. Mich nervt gerade so einiges, mir wäre nach einem Urschrei, irgendwo wo mich keiner hört. Genug rumgetippt, das Leben wartet, der Herbst grüßt und ich mache dann mal weiter….

Schlaf, die Wohnung, Wahlen und Veränderung

Guten Morgen, wirklich ganz gut, fast 8 Stunden geschlafen. Insgesamt aber nicht so gut drauf, denn der Vater hat verkündet, die ehemalig gemeinsame Wohnung mit meiner Mutter aufzulösen. Das hat mich dann doch getroffen, dass diese Erinnerung verschwinden wird. Andererseits eine Wohnung in Berlin fast leer stehen lassen, ist natürlich auch keine Dauerlösung. Er verkauft jetzt ihren Kram, denn er und leider auch ich nicht brauchen. Darüber hinaus wird er wohl endgültig zur neuen Frau ziehen, ein Ort wo ich ihn wohl nie besuchen werde. So verliere ich nicht nur den Ort der Erinnerung an meine Mutter, sondern auch ihn stückweise. Alles nicht so lustig. Der Vogel schreit und geht mir auf die Nerven, einiges vor heute, nachdem die erste Priorität „Schlafen“ erfüllt ist. Endlich keine Arzttermine heute, heute wartet die Wohnung auf mich. Der Mann ist fertig mit der Nachtschicht und schläft hoffentlich bald. Die Wahlen stehen vor der Tür und ich bin immer noch nicht sicher was ich wählen werde, es ist eine strategische Abwägung. Eine zu wichtige Wahl, um irgendeine Außenseiter-Partei zu wählen. Dabei wird mir immer wieder vom Wahl-O-Mat die Tierschutzpartei mit größter Übereinstimmung angeboten. Die werden aber sicher nicht die AfD in meiner Gegend stoppen können. Zukunft, ich hoffe, das Land kippt nicht nach rechts, zu viel Frust in der Bevölkerung und beobachtbar weniger soziales Verhalten. Ein ehemaliger Freund schickte gestern ein 1a Querdenker-Video auf einem Telegramm-Kanal, auf seinem Planeten möchte ich nicht leben. Ich finde, man muss unterscheiden zwischen Verschwörungstheorie und wie in meinem Fall Kritik an der Regierung und ihren Maßnahmen. Ich leugne nicht, dass es Corona gibt, ich leugne nicht, dass Maßnahmen nötig sind, finde aber die Umsetzung unserer Regierung schlecht und egoistisch. Alles sacken lassen erstmal, es scheint wieder etwas kontrollierte Normalität wiederzukehren. Die Bude sieht mies aus, irgendwie haben mich die letzten Jahre geschafft, als mein Mann zum ersten Mal meine Wohnung sah, meinte er noch wie ordentlich und sauber, aber jetzt, nachdem er hier wohnte und es im Job richtig abging, sind wir hier weit davon entfernt. Keine Lust zu putzen, wenn er dann gleich wieder kommt und alles dreckig macht. Keine Kraft zu putzen, wenn wieder Leute am Arbeits-Telefon mit Selbstmord drohen. Keine Zeit zu putzen, wenn ich ständig für zwei Männer am Einkaufen und Kochen bin. Keine Kraft zu putzen, wenn ich große Schmerzen wegen des Entzuges von Neuroleptika habe. Überforderung, meine Wohnung erzählt eine Geschichte der Überforderung. Aber ich bin noch da und putzen kann man nachholen. Veränderung, die größte Herausforderung für mich, früher änderte sich so oft immer alles für mich, ich sage nur mindestens 10 Umzüge bis zum 18. Lebensjahr, ich glaube es waren sogar mehr. Ein Grund warum ich heute nicht mehr so darauf stehe, aber das Leben geht weiter und Leben ist immer Veränderung: