Chaos, linker Zeh, Heizkörper, Ausflug und Beständigkeit

Guten Morgen aus dem dunklen Chaos hier. Immer noch keine Fernseher Befestigung, aber dafür ein neuer aufgebauter Couchtisch. Ein alter Tisch muss jetzt weg, ein riesiger Karton auch. Geweckt worden von „Benjamin“ oder besser durch die Schreie der Mutter nach ihm. Gestern spontan Spazieren gewesen, eine ehemalige Kollegin rief an. Wald ist immer gut für mich und aktuell auch keine Schmerzen beim Laufen, also Wald doppelt gut. Blutdruck unten, immerhin und der neue Tisch gefällt. Ich reagiere auf Veränderungen im Wohnumfeld aber immer noch empfindlich. Morgen geht es nach Stralsund, ich bin gespannt und es graut mich etwas vor der Zugfahrt mit Maske. Die Straße rauscht, die Pizza gestern war gut und dank Sucuk ausreichend stinkend. Eigentlich muss ich zum Arzt, eigentlich ins Lager, aber gerade unentschlossen und wenig motiviert. Gestern meinen linken großen Zeh demoliert, ich wollte den Tisch erst allein aufbauen und eine schwere Platte fiel mir auf den Fuß. Danach habe ich das dann gelassen und doch lieber auf den Vater gewartet.

Sonst gestern nur einkaufen gewesen und telefoniert, gelbe Rosen grüßen jetzt im Wohnzimmer, sonst gab es keine bezahlbaren Blumen bei Netto. Türen Geknalle im Haus, wieder die reizende Familie, die auch gestern als der Hund hier war und wieder am Boden kratzte nicht müde war gegen die Heizkörper zu schlagen, ich sage nur Kommunikation ist alles! Gesichtshaut hat sich wieder beruhigt, vorgestern sah ich eher 10 Jahre älter aus nach der Behandlung als wie gewünscht andersrum. Der Mann antwortet wieder nicht, ich versuche es mal nicht persönlich zu nehmen. Ich weiß doch, dass er gerade sehr viel arbeiten muss und wir machen morgen ja unseren Ausflug zusammen. Da sollte es eigentlich Zeit zum Reden und anderes geben. Loslassen, eine Lebensaufgabe für mich, immer und immer wieder, Vertrauen in Beständigkeit Fehlanzeige. Welche Beständigkeit? Hat keiner bestellt!? Ein alter Song dazu, der irgendwie auch die Geschichte meiner Mutter und mir erzählt:

Schlaf, die Wohnung, Wahlen und Veränderung

Guten Morgen, wirklich ganz gut, fast 8 Stunden geschlafen. Insgesamt aber nicht so gut drauf, denn der Vater hat verkündet, die ehemalig gemeinsame Wohnung mit meiner Mutter aufzulösen. Das hat mich dann doch getroffen, dass diese Erinnerung verschwinden wird. Andererseits eine Wohnung in Berlin fast leer stehen lassen, ist natürlich auch keine Dauerlösung. Er verkauft jetzt ihren Kram, denn er und leider auch ich nicht brauchen. Darüber hinaus wird er wohl endgültig zur neuen Frau ziehen, ein Ort wo ich ihn wohl nie besuchen werde. So verliere ich nicht nur den Ort der Erinnerung an meine Mutter, sondern auch ihn stückweise. Alles nicht so lustig. Der Vogel schreit und geht mir auf die Nerven, einiges vor heute, nachdem die erste Priorität „Schlafen“ erfüllt ist. Endlich keine Arzttermine heute, heute wartet die Wohnung auf mich. Der Mann ist fertig mit der Nachtschicht und schläft hoffentlich bald. Die Wahlen stehen vor der Tür und ich bin immer noch nicht sicher was ich wählen werde, es ist eine strategische Abwägung. Eine zu wichtige Wahl, um irgendeine Außenseiter-Partei zu wählen. Dabei wird mir immer wieder vom Wahl-O-Mat die Tierschutzpartei mit größter Übereinstimmung angeboten. Die werden aber sicher nicht die AfD in meiner Gegend stoppen können. Zukunft, ich hoffe, das Land kippt nicht nach rechts, zu viel Frust in der Bevölkerung und beobachtbar weniger soziales Verhalten. Ein ehemaliger Freund schickte gestern ein 1a Querdenker-Video auf einem Telegramm-Kanal, auf seinem Planeten möchte ich nicht leben. Ich finde, man muss unterscheiden zwischen Verschwörungstheorie und wie in meinem Fall Kritik an der Regierung und ihren Maßnahmen. Ich leugne nicht, dass es Corona gibt, ich leugne nicht, dass Maßnahmen nötig sind, finde aber die Umsetzung unserer Regierung schlecht und egoistisch. Alles sacken lassen erstmal, es scheint wieder etwas kontrollierte Normalität wiederzukehren. Die Bude sieht mies aus, irgendwie haben mich die letzten Jahre geschafft, als mein Mann zum ersten Mal meine Wohnung sah, meinte er noch wie ordentlich und sauber, aber jetzt, nachdem er hier wohnte und es im Job richtig abging, sind wir hier weit davon entfernt. Keine Lust zu putzen, wenn er dann gleich wieder kommt und alles dreckig macht. Keine Kraft zu putzen, wenn wieder Leute am Arbeits-Telefon mit Selbstmord drohen. Keine Zeit zu putzen, wenn ich ständig für zwei Männer am Einkaufen und Kochen bin. Keine Kraft zu putzen, wenn ich große Schmerzen wegen des Entzuges von Neuroleptika habe. Überforderung, meine Wohnung erzählt eine Geschichte der Überforderung. Aber ich bin noch da und putzen kann man nachholen. Veränderung, die größte Herausforderung für mich, früher änderte sich so oft immer alles für mich, ich sage nur mindestens 10 Umzüge bis zum 18. Lebensjahr, ich glaube es waren sogar mehr. Ein Grund warum ich heute nicht mehr so darauf stehe, aber das Leben geht weiter und Leben ist immer Veränderung:

Missverständnis, Freundin, Homeoffice und Veränderung

Guten Morgen, ne eigentlich sieht es noch aus wie Nacht. Gestern noch Entwarnung auf Arbeit, ein Missverständnis, alles halb so wild, aber schon dagewesen. Gestern vegetarisch gekocht, auch dieses Mal reagiert meine Verdauung erfreut. Keine Ahnung, ob der Mann jetzt bei der Nachtschicht war, er war sich gestern impfen und meinte er fühlt sich müde. Ich hatte mal wieder 6 Stunden Schlaf die Nacht, scheint mein neues 8 Stunden zu sein. Fühle mich ok so weit, sehr viele Termine heute, wird ein langer Tag im Homeoffice. Immer noch von der Freundin enttäuscht, also ich melde mich nicht mehr. Vielleicht bin ich gerade etwas empfindlich, vielleicht ist sie auf ihrer Erfolgswelle herablassend, vielleicht auch beides. Auf jeden Fall gerade nicht unsere Zeit. Die beobachtende Angst denkt dabei gleich an Frühwarnsymptome, von wegen Isolation am Anfang des Krankheitsprozesses, es ist aber eher so, dass ich Kontakt gesucht habe und dieser nicht oder nicht zeitnah beantwortet wurde und ich daraus die Konsequenz ziehe mich vorerst nicht mehr zu melden. Von totaler Isolation ist da nicht zu sprechen, ich pflege viele Kontakte, aber die die sich nur melden, wenn sie was wollen oder es ihnen gerade (nach Tagen/Wochen) passt, die können mich gerade mal. Gestern hier nur gearbeitet, Müll weggebracht, Wäsche gewaschen, gekocht und ein Solebad genommen. Abends kam dann meine Lieferung, irgendwie zu viel Vogelsand erhalten, aber der wird ja nicht schlecht. Der Kaffee schmeckt, der Tag grüßt grau und ich muss mich immer noch an die Veränderung gewöhnen, sagte ich es bereits? Ich hasse Veränderung! Besonders, wenn ganz viel davon auf einmal kommt. Stabile Verhältnisse geben mir Sicherheit, Gewohnheiten strukturieren meinen Tag. Warte immer noch auf meine Tage, nach der zweiten Impfung hatte ich plötzlich Schmerzen und viel zu früh eine Blutung, seitdem jetzt gar nichts mehr. Für die Verschwörer: „Wurde ich von Bill Gates sterilisiert?“ Warten wir ab, aber irgendwas in meinem Hormonhaushalt ist seitdem gestört. Blutdruck und Puls normal niedrig, irgendwie schlafe ich viel besser, seitdem die Werte wieder ok sind. Für den Vater für den Sonntag original Wiener Schnitzel besorgt, ich hoffe, er freut sich. Vielleicht schaffe ich es am Wochenende endlich das Wohnzimmer umzustellen, es wird gefühlt immer dringlicher. Immerhin ich arbeite nur noch im Arbeitszimmer, das bedeutet zwar Kabelsalat in der Wohnung, aber besser als an meinem Entspannungsort (Wohnzimmer) zu arbeiten. Wie auch immer, auf in den Tag. Zum Morgen an Lisa gedacht und an ihre Gedanken zu Veränderung:

Nachdenklich, Medis, Veränderung und Musik

Guten Morgen, noch müde, aber die Sonne scheint. Gestern Abend noch meine neue Aufgabe und es hat Spaß gemacht. Ich denke eine gute Truppe, die richtig liegen mit ihrer Berufswahl. Beim Psychiater war auch gut, man merkt, dass dieser Mann auch Therapeut ist, seine Aussagen haben mich nachdenklich gemacht und mir weitergeholfen. Nachdem schnell geklärt war, dass ich wohl kein neues Medikament kriege, weil damit wieder schlimme Nebenwirkungen zu erwarten sind (noch mehr Gewicht und Diabetes) haben wir uns darauf geeinigt, dass ich mein jetziges Medikament kurzzeitig minimal hochsetzten kann. Darüber hinaus stehe ich jetzt auf der VIP-Liste, heißt ich bekomme jederzeit, kurzfristig einen Termin. Es ist ein Abwägen zwischen körperlicher und seelischer Gesundheit, nehme ich noch mehr zu, sind mit Sicherheit schwere körperliche Erkrankungen zu erwarten. Aktuell ist einfach zu hoffen, dass meine seelische Belastung wieder absehbar zurückgeht, wenn ich wieder arbeite, wenn der Todestag vorbei ist usw. falls nicht, kann ich jederzeit vorbeikommen. Heute wieder Arbeit, aber erstmal im Homeoffice und dann abends zum Zahnarzt. Blutdruck unten, Puls etwas erhöht aber nicht gefährlich und der Kaffee schmeckt. Gegessen gestern einen schlechten Döner, ich wollte mal einen neuen Döner ausprobieren und habe es bereut. Aktuell bin ich in Veränderung, es ist zum Teil ein sehr gutes Gefühl und dann bekomme ich wieder Angst vor der Veränderung. Der Vogel stresst, keine Ahnung was der hört, was ich nicht höre, aber er schreit eigentlich nur, wenn er was hört oder was will. Der Sonntag mit dem Vater und gestern das Gespräch mit dem Psychiater haben mich aber für den Moment sehr fest auf die Erde zurückgeholt, keine Gedanken und Empfindungen aus dem Wunderland mehr. Aktuell scheint meine Lösung Aktivität und besonders Aktivität außerhalb des Hauses zu sein, das lenkt ab, das lässt mich, mich selbst spüren, vielleicht ist es auch ein Weglaufen, aber es funktioniert. Raus in die Welt, ab unter Menschen und Bewegung. Mit dem Mann gerade wenig Ebene, er versteht die Seelendinger einfach nicht und ich mag es auch nicht ewig erklären. Für ihn existierten seelische Krankheiten nicht, bevor er nach Deutschland kam und er mich kennenlernte. Gestern unterwegs und abends Musik gehört, Musik hilft mir gerade auch und ist deutlich interessanter als Fernsehen, liegt aber vielleicht auch daran, dass durch die Reduktion nicht nur alte Erinnerungen und Gefühle wieder erwacht sind, sondern auch mein Musikwissen, ich kann mich plötzlich wieder an so viel Musik erinnern, die ich früher gehört habe. Also für den Moment nur dieses Wunderland:

Gemischt, Ruhe, Scammer und Veränderung

Guten Morgen, gemischte Stimmung. Er war gestern noch da, morgens und auch nachts nach der Arbeit und wir haben gestritten. Alles nicht so toll, er hat sich entschuldigt, aber irgendwie habe ich das nicht gelten lassen, weil ich merkte, dass er sich nur entschuldigt, weil er keinen Stress will. Leider gar nichts im Haushalt gemacht an meinen freien Tagen, gestern nur einkaufen und zum Paketshop. Nicht gechattet, aber dafür mit einem Freund, der gerade in Italien reist, telefoniert. Der Mann meckert immer noch über die 40-Stunden-Woche, ist er nicht mehr gewöhnt und hat er sich anders vorgestellt. Aber weniger arbeiten muss man sich leisten können, mit geringfügig mehr als Mindestlohn, reicht auch der Verdienst aus der 40-Stunden-Woche nicht. Ich glaube Sehnsucht ist gerade dann nicht mehr mein Thema, Ruhe ist auch ganz schön. Die Tage nochmal über meinen Scammer von 2018 nachgedacht und über die Google-Bildersuche recherchiert. Das Bild von ihm stammt von einem bekannten amerikanischen Autor und mit diesen Bildern hat er (die nigerianische Gruppe) von 2017 bis 2019 Frauen verarscht. Wie gut, dass ich noch rechtzeitig was bemerkt habe, bevor ich Geld gesendet habe oder völlig sinnfrei in die USA gereist bin. Der Kaffee schmeckt und die Sonne scheint, Arbeit wartet, aber ich habe heute Spätschicht. Gestern wieder ein Paket durch DHL an die Wohnungstür geliefert bekommen, geht doch! Ganz passabel geschlafen, aber zu wenig, es ist bereits jetzt zu warm mit 27 Grad im Schatten. Bin gerade in Veränderung, der jetzige Lebensabschnitt nennt sich wohl „wehren und einfordern“. Viel zu lange sehr vieles ertragen und toleriert, aber ich bin nicht mehr sediert, einsam und dankbar für jeden Kontakt. Auch ich kann wählen mit wem ich wie in Kontakt sein möchte. Er hat gestern Angus-Burger mitgebracht, also gab es Burger für mich. Ein Laugenbrötchen schmeckt zum Frühstück, gerade kein Gefühl für ihn, aber darüber nachdenken bringt auch nichts. Vielleicht erstmal Ruhe im Karton und sehen, wann Gefühle zurückkommen, bisher kamen sie immer zurück. Er fand die Geschichte mit dem Mistkäfer im Bett gar nicht so rührend, er findet es eklig, dass ich mit einem Käfer im Bett geschlafen habe, aber wer wie ich Tag und Nacht die Balkontür aufhat, der bekommt halt Besuch von Insekten. Als Kind habe ich oft in der Natur geschlafen und bin da mit ganz anderen Tieren erwacht, ich finde es normal, dass Insekten sich an keine Hausordnung halten. Ich finde allein den Gedanken vieler Menschen schräg, dass sie denken sie hätten ein Anrecht darauf ein Stück Erde für sich allein zu beanspruchen. Tiere interessieren sich nicht dafür, ob irgendwelche Menschen denken sie seien Besitzer oder Eigentümer. Der Kaffee ist mittlerweile kalt und ich sollte duschen, keine Ahnung wie das alles weiter gehen soll, aber so wie es war, kann es nicht bleiben.

Kardiologe, Ruhe, Aneurysma und Veränderung

Guten Morgen, die Untersuchung beim Kardiologen gestern hat mich geschafft und sehr geängstigt. Das Ergebnis war dann ein EKG mit einem Puls von 130 und Bluthochdruck. Reaktion besorgter Arzt und besorgte Schwester. Wieder meinen Blutdrucksenker bekommen, allerdings doppelt so hoch dosiert wie vorher. Danach war ich total fertig, körperlich und emotional, habe alle Termine gestrichen und bin dem Rat der Schwester gefolgt so schnell wie möglich zur Ruhe zu kommen. Also nur Apotheke und nach Hause. Blutdrucksenker genommen und beruhigt und zu meiner großen Erleichterung ist der Blutdruck wieder gesunken und der Puls auch wieder runter auf 87. War das jetzt wieder eine Panikattacke wie ich dachte oder vielleicht doch meine Schilddrüse? Zahlreiche weitere Tests werden folgen, aber für den Moment geht es mir gut und auch heute früh ist der Blutdruck und Puls normal niedrig. Abends dann zu Aneurysma schlau gelesen, das woran meine Mutter wahrscheinlich gestorben ist. Die Chance eines zu bekommen liegt bei 2 Prozent, ist ein direkter Familienangehöriger daran erkrankt bei 4 Prozent und hat man selber Bluthochdruck und/oder ist Raucher, steigt die Wahrscheinlichkeit nochmal auf das Doppelte. Meine Wahrscheinlichkeit liegt als bei circa 8 Prozent, immerhin 92 Prozent sprechen dagegen genau wie meine Mutter zu versterben. Es ist besser Fakten zu kennen, als sich ungewiss zu fürchten. Also Bluthochdruck nicht auf die leichte Schulter nehmen und behandeln und doch nochmal ernsthaft drüber nachdenken das Rauchen einzustellen oder wenigstens zu reduzieren. Auch die ganzen anderen Ängste krank zu sein werden sich dann wohl im Laufe der folgenden Tests klären. Besser wissen als unbekannt fürchten und ausmalen. Er hat gestern endlich die Steaks gebracht und noch anderen leckeren Kram, sogar eine Flasche Schampus. Gegessen dann angebratene Süßkartoffel mit Champignons, Frühlingszwiebel und Steak dazu. War lecker, kostenlos und alles Bio. Der Vater bekommt dann morgen auch Steak, allerdings mit grünen Bohnen und kleinen spanischen Kartoffeln. Abends noch lange gechattet, musste das Geschehene erstmal sortieren. Es ist eine Entscheidung jetzt doch alle Untersuchungen zu machen, eine Entscheidung leben zu wollen, möglichst lange. Ein grauer Tag grüßt und ich weiß nicht, ob ich es heute zur Demo vorm Bruder schaffe, kommt auf die Tagesform an. Insgesamt würde ich mich als geschwächt bezeichnen. Heute ein paar Stunden Homeoffice, aber ich mache nur solange, solange ich mich damit gut fühle. Der Kaffee schmeckt, schmeckt er nicht mehr, ist wahrscheinlich mein Blutdruck zu hoch. Schön, dass mein Körper mich warnt. Es heißt allerdings auch zuhören. Soviel Stress und Veränderung in letzter Zeit, ich muss erstmal hinterherkommen, aktuell weiß ich manchmal nicht wo oben oder unten ist. Ich stehe nicht so auf dauernde Veränderung, sie verunsichert mich, durch die vielen Umzüge als Kind und Teenager habe ich die Schnauze voll von Veränderungen. Immer wieder neu anfangen, immer alles neu (kennen-)lernen, das ist anstrengend. Also bin ich eine Person geworden die sich nicht so gern grundlegend verändert und gern immer vorher weiß was wann wie passiert. Ich weiß spontan ist anders, aber spontan ist was für Leute die nicht wie ich fast zehn Schulwechsel und noch mehr Umzüge hinter sich haben. Schon als Teenager wünschte ich mir ein ruhiges, planbares und beständiges Leben, das gab es aber nicht, aber jetzt entscheide ich über mein Leben. So lebe ich jetzt schon sechs Jahre in meiner Wohnung und arbeite seit drei Jahren für den gleichen Arbeitgeber, auch wenn vieles dabei nicht ideal läuft oder lief. Ruhig hier, nix los und das ist gut so, ich brauche Ruhe. Wer hätte gedacht, dass über ein Jahr Corona dazu führt, dass ich noch mehr zu Hause bleiben muss, weil ich so erschöpft bin vom zu Hause bleiben. Gestern tatsächlich einen neuen Impftermin bekommen für Mitte Juli, ist mir ganz recht, dass es noch dauert, bis dahin kann ich mich noch erholen und meine Ärzte mich untersuchen. Urlaub hatte ich dieses Jahr eh erst im September eingeplant, bis dahin sollten mein Mann und ich durchgeimpft sein. Auf in den Tag, aktuell alles stabil, dann bleibend wir doch mal bei 2Pac:

Passabel, Arbeit, Veränderung und Ruhe

Guten Morgen, ganz passable Nacht und alles friedlich hier. Er hat endlich wieder Arbeit, das freut mich sehr, das ist gut für uns beide. Wir hängen nicht mehr aufeinander und Geld kommt rein. Er hat heute Geburtstag, aber es wird wohl keine Feier geben, sondern Formalien sind zu erfüllen. Der Kaffee schmeckt und mit der Ärztin gestern vereinbart, dass erstmal alles so bleibt wie es ist. Vielleicht brauche ich noch Zeit um mich an die Tropfen zu gewöhnen und selbst wenn nicht, es gibt gerade keine Alternative. Hab ihm einen Kuchen gebacken, er hat sich gefreut, ist aber prinzipiell deprimiert ein Jahr älter zu sein und trotzdem nicht erfolgreich. Ein Nachbar wird heute vorbeikommen, ich habe Schuhe von ihm zum Tausch gegen Cashewnüsse inseriert. Ich denke ein guter Tausch, er wollte die neuen Schuhe schon wegwerfen. Ich schlafe wieder traumlos, das finde ich besser, ich habe bei zu realistischen Träumen immer Angst, dass ich daraus nicht mehr aufwache und den Bezug zur Realität verliere. Ich hoffe meine Arbeitgeber kommen nicht auf die Idee mir das Homeoffice vorzuschreiben, wie von Herrn Heil gefordert, ich kann nicht 7 Tage die Woche nur zu Hause sein, da dreht meine Seele durch. Aber wenn die Regierung Homeoffice fordert, wer weiß. Heute Homeoffice in Spätschicht für mich, mal sehen, wie es wird, derzeit ist es doch sehr ruhig bei uns, die Leute sind jetzt wohl endgültig frustriert und resigniert und das ist berechtigt, dass muss ich auch einsehen. Habe heute trotzdem etwas Optimismus gefunden, das wird alles werden, durchhalten. Alles verändert sich und ich hoffe es wird besser als vorher, aber das weiß man ja nie, ob man sich vielleicht unnötig selbst gestresst hat. Stresst man sich gar nicht durch Veränderung, wird aber garantiert nichts besser. Auf in den Tag, er wird bald weg sein, also habe ich ruhe, Ruhe die ich zu schätzen werden weiß. Weglaufen wäre gut, aber wohin während Corona?

Müde, Wohnen, Arbeit und Veränderung

Guten Morgen, bin scheiße müde, denn ich wollte wach bleiben und er hat heute einen frühen Termin. Also kaum geschlafen, jetzt ist er weg, aber ich wach. Er wohnt jetzt hier und ich bin für den Moment auch nicht begeistert, Schlaf ist mir schon wichtig. Die Wohnung ist teilweise umgeräumt, die Vögel sind schon im Wohnzimmer, aber das ehemalige Vogelzimmer noch kein Arbeitszimmer. Ich werde den Altar für die Mutter dafür abbauen müssen, eine seltsame Sache, bin ich fertig mit trauern? Aber das Leben ist jetzt und sie hätte sich sicher gefreut, dass er an meiner Seite ist. Der Online-Shop ist bereits leer gekauft, oder besser gesagt, was ich so will ist ausverkauft. Na ja vielleicht legen sie im Laufe des Tages noch nach. Die Lockdown-Verlängerung führt sicher wieder zu mehr Bestellungen. Heute lieber Tee, kein Kaffee, die Tabletten sind alle und die Nacht beschissen, also meine Werte sicher auch. Letzter Tag in Freiheit, morgen wieder arbeiten, keine Lust derzeit, aber meine Kunden warten und Geld brauche ich leider auch. Mit Lottogewinn war nämlich wieder nichts. Chaos hier, Veränderung hier, stehe ich eigentlich gar nicht drauf, ich hoffe das legt sich bald wieder. Bisher war mein Leben eher Männer inkompatibel. Keine Ahnung, ob ich diese Woche ins Büro fahre, wenn er aber jetzt auch hier ist, vielleicht doch drum bemühen. Auslauf für mich, Privatzeit für ihn. Na mal sehen, ob wir heute die Mission Wohnung umstellen beenden können, aber bis dahin gehe ich wieder schlafen, mein Kopf brummt.

Ente, Hausmusik, Weihnachten und Stille

Guten Morgen, die Elefanten sind gerade eingefallen, es rumpelt und pumbelt in der Wohnung über mir. Die Ente gestern ist gut geworden, besonders dafür, dass es meine erste Ente war. Den Rotkohl mochte er dann doch nicht, super, da hätte ich auch nur ein Glas aufschrauben können, statt stundenlang zu kochen. Gestern zusammen musiziert das war schön, er spielte Keyboard und ich habe gesungen. Das Keyboard ist aber eher was für Anfänger und geht zurück, schade, so ein bisschen Hausmusik macht Spaß. Steuersoftware bestellt, ich will meine/unsere Steuererklärung selber machen. Weihnachten 2020 für mich gar nicht so schlecht, denn ich stehe nicht auf Menschenansammlungen. Ich mag Menschen, aber ausgewählte, wohldosiert. Immer noch Schmerzen, aber es wird schon besser, die Nacht mit ihm war besser als ohne ihn, ich schlafe ruhiger, weil ein Mann da ist der mich beschützt. Rewe hat einen Gutschein geschickt für die unvollständige Bestellung, ist ok für mich, trotz Mindestbestellwert weit über den Gutscheinwert. Mal sehen was heute wird, bisher kein Frühstück und keine Pläne. Niedriger Blutdruck und Kaffee darauf, meine Vögel stressen nur gerade. Veränderung, ich empfinde es immer noch als bedrohlich, dass er hier bald einzieht, aber ich glaube wir finden unseren Weg. Er war viele Jahre allein, ich auch, so haben wir beide hier und da das Bedürfnis nach alleiniger Ruhe, aber es gibt hier ja genug Räume und keiner ist dem anderen böse, wegen eines Rückzugs. Weihnachten ist in Afrika etwas ganz anderes als eine stille Nacht, eher das Gegenteil, Party ist da angesagt. Der Bruder schlug Weihnachten ein Treffen zum Neujahr vor, ich war überrascht und erfreut, endlich ist er wieder dabei bei Familientreffen. Nicht an die Arbeit denken, ist mal gut jetzt, auch ich habe eine Pause verdient und brauche diese auch. Ein grauer Tag grüßt im ruhigen Osten und ich genieße es, dass man mit meinem Mann auch schweigen kann.

Hochzeit

Guten Morgen. Heute ist es so weit, unser großer Tag und ich hoffe es geht alles glatt. Ich war gestern sehr aufgeregt, während er ziemlich ruhig war. Gestern noch Torte, Blumen, Snacks und Essen organisiert und der Vater hat Getränke ran geschafft. Er hat noch afrikanisch gekocht, mal sehen, ob das die Gäste mögen. Die nigerianische Küche ist schon sehr gewöhnungsbedürftig. Mein Blutdruck und Puls war gestern nicht lustig, zu viel Aufregung. Heute schon besser, aber mein Puls ist zu hoch. Aktuell noch nicht zu sehr aufgeregt, wer hätte gedacht, dass ich mal heirate, ich nicht. Zu früh wach, aber ich muss hier noch etwas aufräumen und mich selber fertig machen. Ich werde wohl Klamotten zum Wechseln mitnehmen, ich will nicht den ganzen Tag im Brautkleid rumrennen. Mein Brautstrauß ist jetzt ein bunter Strauß mit riesiger Sonnenblume, eine Sonnenblume für meine Mutter und auch für mich, denn Sonnenblumen halfen ihr, wenn sie traurig war. Ich bin auch traurig, traurig, dass sie nicht da ist. Ich hoffe unsere Gäste machen Fotos und dass wir unser Essen ohne Unfälle abholen. Heute kein Kaffee, sondern Chai Tee, ich will diesen Tag ohne Ausnahmezustände überleben. Die Übersetzerin kommt auch, ohne sie wäre die ganze Hochzeit nicht möglich. Ich habe einen Schleier, aber ich glaube, das ist nichts für mich, fühle mich blöd mit einem Schleier. Ich bin weder behütet noch Jungfrau, da ist schon ein weißes Kleid gewagt. Bin gespannt auf seine Freunde, ob sie mich mögen und hoffe ich habe nicht doch rassistische Leute auf meiner Gästeliste. Warten wir ab, hoffentlich nicht auf Katastrophen. Mein bester schwuler Freund kommt auch, ich freue mich auf ihn, er war gestern auch aufgeregt. Ab heute gibt es einen neuen Ring für mich, der auch passt oder trägt man auch nach der Hochzeit seinen Verlobungsring weiter? Er ist jetzt auch nervös, das freut mich, bin ich nicht allein. Ich hoffe, nach der Hochzeit wird es ruhiger, ich brauche Ruhe um mich auf alle diese Veränderungen einzustellen zu können. Wen ich damit fertig bin, dann kann auch der Vater mit seinen Veränderungen kommen. Auf in den Tag, wir können alles sein: