Schlaf, Lager, Pillen, steif und Träume

Guten Morgen, noch müde nach über 7 Stunden Schlaf. Der Mann ist da und hat gerade für mich das Wohnzimmer geräumt, er kennt mein Morgenritual mittlerweile. Der Kaffee schmeckt und die Wahlen warten. Gestern im Lager war ein Reinfall, alles zugestellt vom Vater, keine Chance an die Sachen zu kommen, geschweige denn gute Fotos zu machen. War dann wohl eher ein, Nadine verabschiedet sich von den Sachen, ein paar Pullover habe ich noch für mich entdeckt. Irgendwie war das praktisch und lästig zu gleich, immer Kleidung von der Mutter zu kriegen. Praktisch wenn pleite, lästig, wenn sie mich wieder einkleidet als wäre ich noch ein kleines Kind. Sie hat immer gerne Leute eingekleidet, aber natürlich mich am liebsten. Ich vermisse Sie und ihre ehemalig lästige Sammelwut, jetzt sind ihre Dinge mein letzter Schatz. Es scheint als wäre Corona vorbei, ist es aber nicht, die spanische Grippe hat auch 3 Jahre gedauert, ist nur die Frage wie unsere Politiker damit umgehen, aber die wählen wir ja heute neu. Die Blutdrucksenker Pillen nerven mich, aber ich kenne die Antwort, wenn ich sie loswerden will: Abnehmen! Ich will überhaupt keine Pillen nehmen, aber ob das mit Ü40 noch realistisch ist, ich denke für viele nicht. Was passiert, wenn frau dick bleibt und die Blutdrucksenker nicht oder nicht richtig nimmt, habe ich ja bei meiner Mutter gesehen. Also keine Option. Die Massage war diese Woche nicht der Hit, hatte Schmerzen danach, aber vielleicht bin ich auch einfach zu verspannt gerade. Sie sprach wieder von einer einzigen/steifen Schulter, weil alles vereint steinhart ist. Die Geschichte um Melanie verfolgt mich gerade, was habe ich naives kleines Mädchen damals getan und versprochen? Es ist aber Vergangenheit, sehr weit zurück liegende Vergangenheit, vielleicht doch noch mehr Neuroleptika? Wer möchte sich schon lebhaft an seine Vergangenheit erinnern? Also was gestern oder letzte Woche war, vielleicht schon, aber was vor 30 Jahren war? Das könnte ein Teil meiner Schulterverspannung sein, zu viel belastende Erinnerungen und ein ebenfalls anstrengendes jetzt. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, aber warum habe ich einen großen Wanderrucksack erhalten? Das meinte schon meine erste Therapeutin niederschmetternd zu mir: „Die Last auf ihren Schultern ist sehr groß und glauben Sie nicht, dass irgendeine Therapie auf der Welt sie von dieser Last befreien kann.“ Schönen Dank auch, sie hätte auch gleich sagen können: „Ihr Problem!“. Vielleicht ein Grund, warum ich gerne in Träume/Parallelwelten entgleite, die Realität ist zu belastend. Wie gerne wäre ich Amelie, einfach alles ignorieren und eine eigene Welt bauen:

Die Nacht, Funk, Erinnerungs-Puzzle, Zucker und Schwäche

Ein Gruß aus der Nacht, ich glaube die Nachbarn haben mich geweckt. Aber gut, es kommt bald jemand wegen der Wasserzähler. Jetzt alles Funk, nicht nur die Heizung und der Feuermelder funken hier, sondern auch bald die Wasserzähler. Wollte ich nie haben, kriege ich aber doch, das total verstrahlte, irgendwo hin funkende zu Hause. Dunkel ist es hier und ich aber nicht müde, immerhin 6 Stunden geschlafen, scheint jetzt normal bei mir zu sein, so wenig Schlaf. Der Kaffee schmeckt und ich hoffe der Typ für die Wasserzähler kommt früh, dann kann ich hier auch früh weg. Blutdruck und Puls unten, vor der Pille, in der Nacht fährt mein Kraftwerk wohl runter. Wird Zeit das Haus zu verlassen, diese langen Wochenenden sind nicht so ideal für mich, andererseits auch wieder nötig, denn mehr arbeiten geht gerade nicht. Ich kann wohl nicht ewig vor dem Puzzle in meinem Kopf weglaufen, so viele Erinnerungen und zwischendurch immer wieder die Angst psychotisch zu sein oder zu werden. Ich las aber, das wer ständig daran denkt und es fürchtet, es nicht sein kann. Eine Psychose bedeutet ja, dass die eigene Wahrnehmung erheblich von der anderer abweicht und man die eigene Wahrnehmung aber für die echte hält und darüber auch nicht berichtet oder sogar diskutiert. Wird meine Erinnerung zu schräg, berichte ich sehr wohl und hoffe, dass wer widerspricht und/oder darüber diskutieren mag. Mittlerweile „weiß“ ich, erinnere ich mich, dass nicht nur der ehemalige Chef von einem Spiel sprach, sondern auch ein Kollege viele Jahre zuvor. Habe die alle ein Rad ab? Warum muss mit mir gespielt werden? Das Dumme ist, ich hatte beide Male auch noch zugestimmt, ich naives Stück. Keine Ahnung was ich dachte was da kommt, eine kostenlose Weltreise? Die Kürung zum Superstar? In meiner Psychose dachte ich tatsächlich ich sei Weltstar, zumindest eine kurze Zeit, bis mein Kopf beschloss doch das Opfer der Welt zu sein. Egal, vorbei, alles vorbei und ich lebe noch, zwar eher schlecht als recht, aber der Reflex Atmen funktioniert noch und das Herz schlägt. Natürlich habe ich keine Zeugen, für beide Gespräche, also glaubt mir oder auch nicht. Aber wie der Vater sagte: Egal, es ist egal, was wer vor Jahren sagte oder tat. Es lässt sich nicht mehr ändern, ich kann nichts beweisen und ändern schon mal gar nichts mehr. Laut Psychiater, Familie und Freunden bin ich aber gerade nicht psychotisch, auch wenn meine Erinnerungen zu schräg sind. Es ist ein Fluch sich so gut erinnern zu können, meine bestätigten Erinnerungen reichen zurück bis zum vierten oder fünften Lebensjahr, ich glaube da ist was schiefgelaufen bei mir, dabei dachte ich immer, dass diese Zeit gut war. Aber zurück zum jetzt, die Sonne durchbricht das Dunkel und der Himmel färbt sich pink, heute ins Büro mit Kollegin, keine Pizza danach, die wurde auf Donnerstag verlegt. Gestern das hier gekocht, langsam habe ich den Eindruck, dass das Geheimnis der asiatischen Küche eigentlich nur aus Ingwer, Knoblauch, vielleicht Chili und ganz viel Zucker besteht. Deswegen mag es der Mann wohl auch, auch wenn er es nicht zugibt, er steht auf Zucker. Aber normal, Urinstinkt des Menschen, alles mit viel Fett und/oder Zucker wird als lecker erachtet, weil Energielieferant. Tja leider hat so ein Sessel- und Sofarfurzer wie ich nur gar keinen so hohen Energiebedarf, was dann zur körperlichen Kugelbildung führte. Eine Kugel wollte ich nie sein, in meinen Herzen bin ich immer noch die kleine gut trainierte Tänzerin von früher, die entsetzt wäre, was mit mir passiert ist. Andererseits, damals fing das auch mit der Essstörung an, denn ich dachte damals ich wäre zu dick und fing mit Diäten an. Stopp! Mein Kopf hängt wieder in der Vergangenheit, das jetzt zählt, die Zukunft will gelebt werden und die beginnt jetzt, so schwach ich bin, keine Tränen für dich:

Anstrengend, vegetarisch und die Natur des Menschen?

Guten Morgen, wach in der Nacht, aber wieder hingelegt. Gestern war anstrengend wegen des Mannes, war ich froh als er weg war. Endlich Ruhe. Ist gerade nicht die Zeit um zusammen zu sein, ich brauche eigentlich Unterstützung, aber er kotzt nur über sein eigenes Leben und ich ertrage das gerade nicht. Gekocht indisch vegetarisch, nur für mich. Mit Käse als Fleischersatz kann ich sehr gut leben, Tofu dagegen wird nie mein Freund sein. Heute zur Kosmetikerin, Gesichtsbehandlung, Pickel und Mitesser entfernen lassen, wieder mal mit Gutschein. Er sollte jetzt nach der Nachtschicht schlafen. Mit der ehemaligen Kollegin/Freundin telefoniert, ich beneide sie nicht um den Neuanfang an einem neuen Ort, das stelle ich mir sehr stressig vor. Gestern hier nichts hinbekommen, nur Müll weggebracht, Wäsche gewaschen und gekocht. Nicht so viel über die Vergangenheit nachdenken, das war kein Paradies und die Menschen die ich traf keine Freunde. Keine Ahnung woher meine Naivität kommt, keine Ahnung warum sie nach all dem, was ich erlebt habe, immer noch da ist. Wobei meine Naivität viel mit dem Glauben daran zu tun hat, das Menschen gut sein können, dass wir friedlich und respektvoll miteinander leben können (…). Muss man im Alter zwangsläufig diesen Glauben verlieren? Ich sehe halt auch in einem bösen Menschen den Schrei nach Liebe. Vielleicht weil ich mindestens eine Geschichte kenne, wo das funktioniert hat. Ich denke dabei an den Nazi Robert, ein aggressiver Kerl der Flüchtlingsheime anzündete und gewalttätig war, bis, ja bis, er sich verliebte, und zwar in eine türkische Frau und dadurch ein anderer sehr angenehmer Zeitgenosse wurde. Ich glaube einfach daran, das Liebe heilen kann. Aber vielleicht bin ich auch nur ein doofer Hippie, der tot auf dem Schlachtfeld liegt. So viel Hass in der Welt, ich weigere mich, das als meine Wahrheit anzunehmen. Vielleicht hat mir die Friedensbewegung der 80er einfach auch nur zu doll ins Hirn geschissen. Die Sonne kommt gerade raus und die dicke Frau liegt auf dem Sofa, trinkt Kaffee und schreibt mal wieder das Internet voll. Dazu ein Lied, dass ich immer mit einer Mutter gesungen habe:

Nicht allein, Vergangenheit und nicht krisenerprobt

Guten Morgen, nicht allein und das ist gut so. Der Mann ist da und schläft friedlich im Bett. Gestern Nacht gab es nämlich noch einen Feueralarm in seinem Haus und er musste stundenlang draußen stehen, also besser zu mir kommen. Bin immer noch dabei die Dämonen abzuschütteln, aber es ist schon besser, der Vater erdet mich, der Mann sowieso und Freunde mit denen ich regelmäßig spreche. Ich sollte, das alles vergessen, was damals in der Firma passierte und nicht drüber nachdenken, ändern kann ich es eh nicht mehr. Immer noch sechs rote Autos vor dem Fenster, das sollte ich ignorieren, hier kann parken, wer auch immer es möchte, ich kann das nicht beeinflussen. Blutdruck unten, Puls auch. Gestern ein Kindergericht gemacht: Spiegelei mit Kartoffelpüree und Spinat, mir war danach. Vielleicht ist gerade auch der Druck zu groß mein Leben ändern zu müssen, aufhören zu rauchen und abnehmen, damit halt keine schwere Krankheit oder Tod droht. Ist mir gerade alles zu viel zusätzlich zu den anderen Salat. Immerhin gestern die Chaos-Nachweise des Mannes sortiert und in PDFs umgewandelt und dem Finanzamt geschickt. Möge das Geld kommen, Geld macht nicht glücklich, aber beruhigt. Mein Magen hat sich auch noch nicht endgültig beruhigt, aber nach den guten Blutwerten ist vorerst nicht vom Schlimmsten auszugehen, das ich Magen-Darm-Krebs habe, das ist nur Stress. Doch Stress hat schon mal eine Psychose ausgelöst. Dazu dann aktuell die ganzen Erinnerungen an damals, da kommen doch die Gedanken auf, dass ein verkrampftes Bein durch Neuroleptika vielleicht doch eine Option ist. Einfach vergessen, einfach nicht denken, ein Roboter sein, bewegungsunfähig, aber auch gefühllos, der Zustand mit Neuroleptika. Mein Recht auf Krankheit will ich davon gebrauch machen? Der Kaffee schmeckt und ich spüre gerade Liebe für den Mann, nachdem er mir zwischendurch fast egal war. Vielleicht weil ich ihn gerade brauche, ich weiß ein egoistisches Motiv. Muss noch die Zahnärztin anrufen, leider sind meine Zähne der Meinung, dass die Zahnklammer zu lange her ist und man sich zurück in die Ausgangslage bewegen kann. Ich glaube ich habe bereits etwas abgenommen, nicht viel, aber irgendwas bis 5 Kilo. Ein grauer Tag grüßt, nein aktuell passt der Song „Pastime Paradise“ nicht, denn gar nichts an das ich mich aktuell aus der Vergangenheit erinnere ist irgendwie Paradies, die Gegenwart aber auch nicht. Lebensmüde bin ich deswegen aber nicht nur verwirrt, der Mann erzählt, dass gerade sehr viele Leute Erinnerungen aus ihrer Kindheit haben, also nicht nur ich. Hat was von Endzeitstimmung, normalerweise lassen Menschen erst kurz vor ihrem Tod das Leben Revue passieren. Ich bin aber schon mindestens zweimal gestorben, also würde ich auch ein drittes Mal überleben? Wie gerne würde ich mit meiner Mutter sprechen, aber nicht aus dem Totenreich, sondern bei Kaffee und Kuchen. Immerhin sehe ich morgen den Vater, dieses Mal lädt er mich in eine gute Pizzeria ein, na geht doch, nachdem ich jetzt schon jahrelang für ihn Pizza mache. Was machen Hedonisten in der Krise? Meine Generation ist darauf nicht vorbereitet und die jüngeren schon mal gar nicht, wir haben nie irgendwelche alternativen Handlungsoptionen gelernt. Wir kennen keine Krisen und Zeiten der Einschränkung. Ruhig ist es hier, ich weiß die Arbeit wartet, das beruhigt, wenn ich dabei besser auf mich aufpasse. Auf in den Tag oder wieder zurück zum Mann ins Bett, alles geht weiter, es gibt Hoffnung auf Besserung, die Menschheit hat schon ganz andere Dinge überlebt:

Regen, krank, schlafen, Geräusche und Kämpferin

Guten Morgen, ein grauer, regnerischer Tag grüßt. Gerade lange mit der Chefin gesprochen, alles gut, ich bin krank, der Laden wahrscheinlich zu. Zur Hausärztin schaffe ich es jetzt nicht mehr, dann morgen früh. Er ist zur Arbeit, also habe ich die Wohnung allein und Ruhe, abgesehen vom nervigen Vogel. Scheiße sieht es hier aus, denn ich habe über das Wochenende hier nicht geputzt und er war durchgehend arbeiten. Er versucht sein bestes, ist lieb zu mir, schläft auf dem Sofa, kocht für mich, aber das reicht leider nicht. Mit dem Schlaf entscheidet sich, ob ich relativ normal, aber müde oder total überdreht und seltsam drauf bin. Also schlafen, soviel es geht und Ruhe soviel es geht. Keine Ahnung wie lange es dauern wird, es wird so lange dauern wie es dauern wird. Körperlich geht es mir ganz gut, abgesehen von der Erschöpfung, keine Krämpfe und Muskelverspannungen. Aber ich bin total geräuschempfindlich, gestern Nacht störte mich im Schlafzimmer sogar das Geräusch des Wasserzulaufs der Spülmaschine in der Küche, ein Geräusch, das ich normalerweise gar nicht höre oder ignorieren kann. Aktuell ist mir nur nach Bett, zum Schlafen oder Vögel draußen beobachten. Der Kaffee schmeckt nicht sonderlich und der Appetit ist mir seit Tagen vergangen, bei meinem Hüftgold aber kein Problem. Gestern der Tag mit dem Vater und Bruder und seiner Freundin war ganz nett, wir haben gefrühstückt, Karten gespielt und waren im Wald, bereits beim Frühstück musste ich dauernd gähnen, also bin ich nach dem Wald nach Hause und ins Bett. Eine Mücke hat mich die Tage schmerzhaft auf der Stirn erwischt, das ist der Nachteil von einem feuchten Frühling, sehr viele hungrige Mücken. Was soll ich erzählen, ich vermisse meine Mutter und Bilder der Vergangenheit ploppen ungefragt auf. Ich kann froh sein, dass ich das alles überlebt habe und zu den in Freiheit lebenden Überlebenden gehören aus meiner alten Jugendbewegung. Wir hatten die große Freiheit im Berlin der frühen 90er, eine Freiheit die an Anarchie grenzte, leider auch mit den schlechten Seiten der Anarchie, mit fehlender Bestrafung von Gewalttaten. Meine Aufgabe für die nächsten Tage schlafen, atmen und Gedanken sortieren, mehr nicht. Wer da alles in Himmel und Hölle auf mich wartet, aber ich bleibe hier, denn ich bin eine Kämpferin.

Psychopharmaka, Altkleider, Ebay, Nazis und Araber

Guten Morgen, ganz passabel geschlafen und zu früh wach, heute nämlich Spätschicht, da hätte ich eigentlich noch 1-2 Stunden schlafen können. Gestern beim Arzt wieder ernste Worte gesprochen und einen Bluttest gefordert, da läuft was schief mit meinem Medikament und ich lasse mich nicht wieder abwimmeln. Was Psychopharmaka angeht, kann ich leider nur resultieren, wer sich nicht wehrt, hat schon verloren. Hinzu kommt, dass man bei mir drüber streiten könnte, ob Psychopharmaka nach über 7 Jahren ohne einen einzigen Rückfall überhaupt nötig sind. Ich will diese Pillen nicht mehr, die mir ständig mein Leben verpfuschen. Warten wir ab was der Bluttest sagt. Danach noch fleißig gewesen und im Keller Altkleider sortiert und zwei volle 120 Liter Müllsäcke zum Altkleidercontainer gebracht. Waren die schwer und der Weg zum Container plötzlich ewig weit entfernt. Aber mit vielen Zwischenstopps, Schweißausbrüchen und auch Atemlosigkeit, habe ich es mit viel Geduld geschafft. Schön, zwei Säcke Vergangenheit weniger und ein aufgeräumter Keller. Nachmittags über die grünen Bohnen hergemacht, die mag der Vater nicht sonderlich, die mag mein Schatz gar nicht, also esse ich allein grüne Bohnen. Noch eine Lampe bei Ebay ergattert, dieses Mal aus den 60ern. Damit ist der hängende Lampenbedarf gedeckelt. Die Wohnung ist schon genug Ikea-Land, da müssen nicht noch alle Leuchten von Ikea sein. Gestern ein Paket bei der Nachbarin abgeholt, dieses Mal war sie sehr nett, ich schwanke bei dieser Familie immer zwischen Sympathie und Verachtung. Eines ist aber klar, deren Psyche ist auch nicht ganz normal. Lange nichts vom Geldleihnachbarn gehört, der stand zuletzt vor meiner Tür als ich nicht da war und forderte von meinem Freund meine Handynummer, die er ihm aber nicht gegeben hat. Seitdem Stille, zum Glück hat der nicht meine Handynummer. Eine ehrenamtliche Betreuung durch mich, wie er es sich wünscht, ist weit entfernt von meinen Wünschen. Der Kaffee schmeckt, Brötchen warten und irgendwann während des Tages kommt eine Großpackung Waschmittel und Getränke zu mir. Geschlafen im frisch bezogenen Bett, ich liebe frisch bezogene Betten, das ist immer ein Highlight. Heute kein Grund das Haus zu verlassen, vielleicht Müll wegbringen, mehr aber nicht. Immerhin einen Termin heute und später Sprechstunde, ich freue mich, wenn ich ordentlich zu tun kriege. Mein Schatz ist von der Nachtschicht zu Hause und ihm geht es gut, da bin ich beruhigt, ich weiß wir sind nicht in Amerika, aber ich habe nach meinen Erlebnissen in den Neunzigern, mit zahlreichen Übergriffen auf Ausländer, immer noch ein schlechtes Gefühl, wenn er nachts allein in Brandenburg unterwegs ist. Im Osten wohnen halt immer noch zu viele dumme Nazis, auch heute noch, wie man an den AfD Ergebnissen in Köpenick sehen kann. Hier in meiner direkten Nachbarschaft scheint es aber kein Problem zu geben, im Gegenteil, zum Teil fühle ich mich umzingelt von Arabern. Araber sind mir aber lieber als Nazis. Auf in den Tag, abgesehen von Psychopharmaka und deren Nebenwirkungen ist mein Leben schön.