Sonntag, kein Selfie, Habicht, Lachs und Wald

Einen schönen Sonntag gewünscht! Zu früh wach, nach passabler Nacht und immer noch in Sorge um den Mann. Dass der allein so weit weg ist und sich kaum meldet, beunruhigt mich. Sein Handyanbieter funktioniert dort nicht, also geht Kommunikation nur über WLAN. Immerhin gestern was im Haushalt gemacht und ein kleines Schönheitsprogramm. Gestern erfolgreich geschafft, eine eSIM zu aktivieren, ja Technik die begeistert, schön, wenn sich ein Smartphone Anfänger wie ich dann vom Kundensupport verwirren und verhöhnen lässt. Aber es ist geschafft, der zweite Mitarbeiter war dann hilfreich und wollte nicht, dass ich ein Selfie mit Personalausweis schicke. Ich bin zu alt für Selfies, vielleicht auch zu hässlich am Samstagabend. Irgendwie habe ich vom Stiefvater zwei auch zu viel gelernt über Datenschutz, dass ich auch jenseits von Eitelkeiten, nicht einfach Bilder von mir mit Personalausweis unverschlüsselt an unbekannte Leute schicke. Vielleicht paranoid, vielleicht aber auch nur vorsichtig. Das Internet vergisst halt nie und wird nicht nur von guten Menschen genutzt. Irgendein Callcenter-Mitarbeiter aus Köln und mein kostenloser Mailanbieter sind für mich da keine vertrauensvollen Empfänger für meine Ausweisdaten.

Der Bauch ist heute besser, der Kaffee schmeckt und die Nachbarn genießen ihren Morgenjoint, der in mein Schlafzimmer weht. Gestern viel los gewesen hinter dem Haus, eine Menge laute Leute bis spät am Abend, war das nervig. Gestern sehen müssen, wie ein Habicht eine brütende Taube im Baum gegenüber überfallen hat. Das war es dann wohl mit ihren Eiern und Nachwuchs. Heute vielleicht später im Wald spazieren und wenn ich gut bin kochen, Nudeln mit Lachs und Brokkoli sind angedacht. Vielleicht gleich wieder ins Bett, meine Vögel halten bisher den Schnabel und lassen hier alle Anwesenden in Hörweite in Ruhe. Immer wieder versucht online zu bestellen und es dann doch lassen, ich habe hier genug zu essen und zu trinken, keine Angst, schon genug gehortet. Die Familienprogrammierung ist halt eine andere, immer vorbereitet sein auf den Katastrophenfall. Sonntag begutachtet und jetzt glaube ich zurück ins Bett, schlafen, so viel ich kann, die letzten Wochen und Monate waren anstrengend und meine Seele und mein Körper sind immer noch nicht voll erholt. Versuchen wir es mit Frieden zum Sonntag:

Wald, Kartoffelsuppe, Käfer und Hilfe

Guten Morgen, gestern im Wald gewesen und den Vater meine Küche auseinanderbauen lassen. Jetzt habe ich aktuell also Chaos und kein Wasser in der Küche. Die Hitze ist vorbei und stattdessen gibt es graue Aussichten und Regen. Die letzten Tage Kartoffelsuppe gegessen, irgendwie hilft mir das immer. Meine Kartoffelsuppe, die ursprünglich auf Mamas Rezept beruht, ist für mich Seelen- und Körperfutter. Gestern sogar teilweise wieder normal gegessen. Hoffentlich ist jetzt das große Fressen vorbei. Die Gründe meiner Essstörung sind mir ja jetzt alle bekannt, also ist jetzt der nächste Schritt es auch zu ändern? Heute vielleicht das hier gekocht und wieder spazieren, später, aktuell brauche ich das, aus vielen Gründen, ebenfalls für Körper und Seele. Bin müde den Ärzten hinterherzurennen und mich dann gestresst abwimmeln oder abfertigen zu lassen. Klar verstehe ich die Ärzte auch, aber es ist auch bitter für mich als Patient, was in der deutschen Gesundheitsversorgung gerade alles nicht mehr geht.

Durch die Coronazeit sind nicht nur viele Leute deutlich kränker, sondern es haben sich riesige Warteschlangen für Hilfs- und Heilangebote gebildet. Möchte ich derzeit eine Magenspiegelung oder Krankengymnastik warte ich Monate, Therapie ist gar nicht mehr zu kriegen für Kassenpatienten und sollte ich es schaffen eine Kur oder Reha bewilligt zu bekommen, sind die Wartezeiten 1-2 Jahre. Das ist sehr scheiße für mich, aber auch für andere, wie kann ich Leute zu diesen Angeboten beraten und ermutigen sie zu beantragen, wenn die Hilfe dann absehbar nicht kommt? Ich bin schon ein Profi in dem Bereich, weiß, was es wo überall gibt, kann jeden Antrag ausfüllen, aber auch ich liege wie ein Käfer auf dem Rücken. Die Folgekosten für diese ganzen aktuell nicht mehr verfügbaren Hilfen des Gesundheitssystems werden wahrscheinlich noch deutlich höher ausfallen. Es sei denn, die Leute sterben vorher, dann wurde natürlich maximal gespart. Die Politik macht wie immer nichts, während das Volk im eigenen Saft schmort. Ist klar, wer privat versichert ist, der merkt das alles ja auch nicht. Hilfe, gerade Mangelware, auch ich kann derzeit kaum mehr Hilfe geben, ich muss mir selbst helfen und scheitere daran in Serie.

Kaffee, kurz, Erschöpfung, Erinnerung und Arzttermine

Guten Morgen, noch nicht ganz wach und den Kaffeepot neben mir platziert. Eine kurze Nacht, denn wie immer konnte ich nach dem Besuch des Vaters lange nicht schlafen. War ganz schön mit dem Vater im Wald und auf Balkonien, das gekochte Gericht auch lecker. Heute Homeoffice und Zahnarzt, keine Lust auf Zweiteres. Die Zahnärztin ist streng, teuer und am Arsch der Welt von hier aus gesehen. Frühen Termin gemacht, ich Idiotin, wollte mal wieder die Welt von jemanden retten und habe dabei vergessen, dass ich heute auch Spätdienst habe und deswegen eigentlich später anfangen sollte. Eine neue Woche, eine kurze Woche, denn sie geht für mich nur bis Mittwoch, danach frei. Viele Gedanken, viele Gefühle und immer noch Erschöpfung. Blauer Himmel strahlt und der Vogel ist auch schon wach. Immerhin schlafe ich wieder durch und kein Etappenschlaf, das ist doch mal was. Den Mann nicht gesehen, aber gesprochen, weil in der Badewanne sitzen mir wichtiger erschien. Muss wohl anfangen, mir wichtige private Termine in den Arbeitskalender einzutragen, sonst kommt es immer wieder zu Überschneidungen.

Viel an die Mutter, ihr Handeln, ihre Aussagen gedacht, manche Dinge ergeben jetzt Sinn, manche Dinge regen mich immer noch auf. Schöne Trauma-Familie, aus der ich da komme. Immerhin, die Allergie scheint Pause zu machen, Nase frei, Nebenhöhlen auch. Es ist immer noch verwunderlich, wie ein Kind, das immer im Dreck der Natur gespielt hat, später auf diese allergisch reagiert. Nach diversen Theorien sollte ich eigentlich immun sein. Der schöne, feuchte Sommer freut auch die Mücken, mehrfach gestochen worden gestern. Heute keine weltbewegenden Gedanken, heute nicht viel mit mir, versucht, einen Arzttermin zu erhalten, was aber schwer ist. Die Ärzte hier handeln immer mehr nach dem Motto: „Ihnen tut ihr Arm weh, wenn sie ihn bewegen?“ Dann bewegen sie ihn einfach nicht! Wie so eine Pandemie im Express-Tempo die gesundheitliche Versorgung in den Abgrund zieht. Auf in den Tag, da kommen gerade keine wichtigen Gedanken mehr, Kaffee, Frühstück und dann ein Rentenantrag für einen Kunden, die Formulare der Rentenversicherung sind der Horror und nicht nur für die Zielgruppe der Kranken und Alten. Versuchen wir es mit ruhiger Musik, der eigentlich Lauten:

Evangelische Kirche, Stiefvater, neues Wohnzimmer und letzte Runde?

Guten Morgen, zu wenig geschlafen, aber Erinnerungen quälen mich. Vielleicht weiß ich endlich, was mit mir und meinem Leben los ist, bzw. was schiefgelaufen ist. Ich glaube, ich sollte dazu meinen ersten Stiefvater fragen, der, um mir einen Kinderhort-Platz bei der evangelischen Kirchen zu sichern, einen Pakt eingegangen ist und anschließend weggerannt ist. Mehr möchte ich erstmal nicht schreiben, ich muss die Erinnerung/Erkenntnis erstmal sacken lassen und mir gut überlegen, ob ich meinen Drang ihn anzurufen und zur Sau zu machen nachgehe. Die Angst bei solchen Erinnerungen als psychotisch zu gelten ist sehr groß, aber ich weiß nicht, ob ich meinen Psychiater heute davon erzähle oder besser nicht, aktuell bin ich überwältigt und muss mich sortieren.

Wäre mein Ex-Stiefvater doch einfach nie in unser Leben getreten, ich dachte sein schlimmstes Vergehen wäre gewesen, meiner Mutter und mir ein glückliches Leben zu versprechen, sie zu schwängern, zu betrügen, zur Abtreibung zu zwingen und sie/uns zu verlassen. So oder so, eine extrem feige Sau. Auch frage ich mich, was die evangelische Kirche davon hatte Kinder in der Art und Weise zu missbrauchen zu erziehen. Ich schwanke zwischen Wut und Selbstmitleid, mein Leben versaut durch einen dummen Mann und die evangelische Kirche? Warten wir ab, ich bin derzeit sehr verdattert. Alles nicht lustig, alles sehr belastend. Versuchen wir es mit meiner üblichen Tagebuchaufzeichnung:

Gestern sehr viel geräumt und geputzt in der Wohnung, sehr motivierend, wenn der Vater mal am Tag vorbeikommt und eventuell sehen kann wie dreckig es hier ist. Also gestern geputzt, geräumt und jetzt ein neues, wie ich finde schickeres Wohnzimmer geschaffen. Das Wildschweingulasch war gut, aber irgendwie ist mir der Appetit vergangen, schaut man mich an, sollte ich wohl gar nicht mehr essen, aber Nahrungsaufnahme ist nun mal eine notwendige Gewohnheit? Ist halt schwierig, wenn man als Kind gehungert hat, sich als Erwachsene nicht vollzustopfen, aber genau das mache ich. Der Waldspaziergang war dann verregnet und wieder über die Autos geärgert, die unerlaubt durch den Wald fahren. Noch gibt es keine Erlaubnis, ohne Forsterlaubnis mit dem Auto durch den Wald zu fahren, interessiert nur niemanden hier. Gestern hätte ein grauer Mercedes fast unseren Hund überfahren. Eine neue Woche doch heute noch frei, aber ich habe Termine, aktuell ist ein Kosmetiktermin später, aber wirklich nicht meine Priorität, schaut ruhig in mein altes, faltiges Gesicht, es entspricht meiner Stimmung. Wenn interessieren Gesichtsfalten, wenn die eigene Seele verkauft wurde? Heute bin ich gefühlt hunderte Jahre alt, also warum sollte ich so tun oder aussehen wollen, als wäre ich noch in den 30ern? Bin ich nicht, ich bin fucking 45 und sterbe ich wie meine Mutter, ist das leider nicht die Halbzeit, sondern das Einläuten zur letzten Runde.

Genug, genug für heute, vielleicht für mein Leben. Heute entweder keine Musik oder das hier:

Zeit, Vater, Lager, Ostern und Musik

Guten Morgen, nicht so gute Nacht und dann auch noch Zeitumstellung. Aber ich glaube, ich lege mich später nochmal hin. Die Sonne scheint die Vögel schreien und er hat gar nicht geschnarcht. Heute zum Vater, ohne kochen, aber dafür Lager sichten. Keine Ahnung was wir mit den ganzen Klamotten meiner Mutter machen sollen. Heute Bestandsaufnahme. Gestern zu viel gegessen, ich habe asiatisch gekocht und später noch Ofenkäse. Ganz gut Ostern freizuhaben, vermutlich werde ich schlafen und mich um Balkonien kümmern, ich glaube ich kann jetzt anfangen zu pflanzen. Er hat heute auch frei und er hat versprochen zu putzen, mal sehen wie es dann hier aussieht, wenn ich wieder heim komme. Mein Geld ist schon da, erfreulich, das hat mich gestern nur leider dazu verleitet online zu shoppen. Man könnte auch vermuten, dass Amazon hinter der Pandemie steckt, die verdienen sich jetzt reich durch die Lockdown-Situation. Osterhasen stehen bereit für das Fest, wobei Fest dann wohl nur ein Familienfrühstück mit Waldspaziergang ist. Er telefoniert schon wieder, aber ich glaube seine Freunde sind gerade die besseren Gesprächspartner für ihn, ich möchte nicht stundenlang darüber reden, warum trotz akademischen Abschluss kein qualifizierter Job vorliegt und wer daran alles schuld ist. Das kann er gern mit den anderen Absolventen klären. Mich zieht dieses Gespräch nur runter und jeder meiner Vorschläge wird als unpassend erachtet. Mir fehlt da oft, Bescheidenheit und Dankbarkeit, dass es viel schlimmer sein könnte. Immerhin hat er Jobs und verdient ein wenig Geld, das ist nicht selbstverständlich während Corona. Aber vielleicht kann ich diesen Hunger nach Karriere einfach nicht mehr verstehen, denn meine Wunsch-Karriere endete im Krankenhaus, deswegen bin ich jetzt frei von solchen Ambitionen. Ich will einfach mein kleines friedliches Leben leben und nicht mehr die Welt erobern. Der Kaffee schmeckt, versuchen wir mal gute Laune zu suchen, zum Beispiel mit Sonntags-Musik:

Allein, Bolognese und Sonnenschein

Guten Morgen, viel zu früh, aber er hat Frühschicht, nachdem er gestern Spätschicht hatte. Also bin ich auch wach, viel zu früh und trinke Mikrowellen-Kaffee. Gestern zu Hause geblieben und die Einsamkeit genossen, nur ein kleiner Ausflug zur Packstation und danach ab auf Sofa und Bett. Gekocht Spaghetti Bolognese, mir war danach und sogar er hat davon gegessen. Heute nur einkaufen und Paket wegbringen, mehr aber nicht, ich möchte auch mal faul sein. Nach Wochen, ich glaube sogar Monaten, habe ich jetzt das zweite Wochenende mit 2 Tagen frei für mich. Nach Wochen und Monaten hat er endlich wieder Arbeit und verlässt das Haus. Ich bin erleichtert, ausatmen für mich und endlich mal erholen. Gestern festgestellt das nachmittags die Sonne auf mein Bett scheint, das war eine Einladung bei geöffneten Fenster im Bett zu liegen und sich gleichzeitig die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen. Das Teilen der Monatsmarke klappt derzeit ganz gut, bisher gibt es keine Überschneidungen beim Ticketbedarf bei uns. So sparen wir Geld. Morgen kommt der Hund zu mir, ich bin gespannt wie es wird, ich freue mich auf ihn, aber gleichzeitig graust es mich ihn die Treppen runter- und hochzutragen. Da werde ich sicher Waldspaziergänge einplanen. Bin gespannt was aus seinem Bewerbungsgespräch wird, leider habe ich nicht so große Hoffnungen, weil ich jetzt schon weiß, dass er nicht alle Kriterien erfüllt, aber sie haben ihn ja trotzdem eingeladen. Rentnerschuhe von Adidas bestellt, ja ich wünsche mir eine dämpfende Sohle und ergonomische Einlagen. Ich bin in einem Alter da ist altersgerecht wichtiger als trendgerecht. Kalt ist es gerade bei 2 Grad, aber der Himmel ist blau, für viele ist das schon der Frühlingsanfang. Gestern bei Sonnenschein stürmten gefühlt alle Berliner raus auf die Straße. Überall Leute und ein voller Bus am Sonntag. Die Sehnsucht nach Licht und Sonnenschein ist nach den letzten Wochen groß und Futter für die ausgebrannte Seele. Die neuen Nachbarn nerven, ständig Lärm im Hausflur, ständig Männerstimmen, ich hoffe das ist nur temporär, bis sie sich eingerichtet haben. Versuchen wir es mit guter Laune zum Wochenanfang, irgendwer der diese Laune zerstört kommt sicher.

Waldspaziergang, Todestag, Arbeitgeber und psychische Folgen von Corona

Guten Morgen, schlechte Nacht, aber ohne Herzrasen. Wach gewesen, weil die Vögel mitten in der Nacht Panik geschoben haben. Gestern lange mit dem Freund geredet und spazieren gewesen, das fand mein linker Fuß nur nicht so gut, der tut jetzt weh. Gekocht dann noch Gnocchi mit Pfifferlingen, Zwiebeln und Schinkenwürfel.  Festgestellt, dass streng genommen gestern ihr Todestag war, denn gestern war sie hirntot, auch wenn die Maschinen sie noch ein paar Tage künstlich am Leben gehalten haben. Mir geht die ständig gute Laune des Vaters dazu auf den Senkel, manchmal kommt es mir wenig einfühlsam vor, aber ich glaube er möchte nur heiter stimmen. Ich finde den Tod aber nicht heiter und wünschte mir eher ein offenes Ohr statt ermunternde Worte. Es gab eine gute Nachricht für meinen Schatz, beide Arbeitgeber sind gewillt ihn auch ohne Immatrikulationsbescheinigung weiterzubeschäftigen. Gut beides keine angemessenen Jobs für jemanden mit einem Masterabschluss, aber Geld zum Überleben wäre damit sicher. Das ist doch erstmal eine Erleichterung, dass er mit dem Abschluss nicht automatisch arbeitslos ist.  Das Eheringthema ist noch nicht vom Tisch, er hätte es gern günstiger, ich aber nicht. Heute vielleicht endlich mal aufräumen und was Richtiges kochen. Langsam beschleicht mich das Gefühl, dass ich zu viel zu Hause war die letzten Tage, gestern draußen sein, war erst befremdlich. Aber ich bin erschöpft und es ist einfach viel zu heiß. Gerade schon 27 Grad in der Bude, das ist einfach zu viel. Die Brautschuhe sind nicht der Hit, wahrscheinlich gehen sie zurück, wieder dieser Alien-Effekt, das passt einfach nicht zu mir. Nichts geträumt, aber geschwitzt, ich wünsche mir so sehr Regen. Der Wald war gestern rappelvoll, überall Menschen, seit Corona stürmen die Leute den Wald und nicht nur für Party. Blutdruck und Puls perfekt, Kaffee wäre eine Option. Alles schwierig gerade, Corona soll endlich aufhören, interessiert Corona aber nicht. Ich verstehe die Leugner sehr gut, einfach keinen Bock mehr auf die ganzen Einschränkungen. Mein Ventilator leistet mir die Tage gute Dienste, ohne wäre es noch schlimmer. Viel zu früh wach, eigentlich gehöre ich ins Bett, aber jetzt doch Kaffee gekocht. Ein Sonntag für mich, keiner will was, die Idee allein zum See zu fahren erscheint mir aber gerade nicht so attraktiv. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass Corona vielen psychisch geschadet hat und mehr seltsame Menschen als sonst herumrennen, mich eingeschlossen. Viele saufen, sind depressiv, aggressiv, traumatisiert oder entwickeln Angststörungen. Ich weiß nix gegen einen Weltkrieg, aber doch besorgniserregend. Ein Anwaltstermin wird gesucht, gar nicht so einfach zur Ferienzeit und neben der Arbeit. Die Sonne scheint in Berlin, aber mir ist es egal, vielleicht bin ich jetzt auch schon depressiv.

Schlaf, Eingliederungshilfe, Backfisch, Freundinnen und die neuen Clubs

Guten Morgen, ist das herrlich, mein Schlaf ist zurück. Gestern tagsüber Schlaf nachgeholt und heute fast 8 Stunden die Nacht geschlafen. Ich hoffe das bleibt jetzt so, denn Schlaf ist wichtig für mich. Heute Homeoffice mit Schulung, mal sehen, wie es wird, Details der Eingliederungshilfe sind meist etwas trocken, aber oft sehr weiterführend. Die Sonne scheint, die Straße rauscht und der Kaffee schmeckt. Mein Schatz ist zu Hause von der Nachtschicht und verpennte den Tag wohl. Gestern nicht so fleißig gewesen, einkaufen gewesen, aber danach Mittagsschlaf und keine Lampen aufhängen und keine Gardinen kürzen. Auch keine Altkleider weggebracht, nur kurz sortiert und dann keine Lust gehabt. Dafür Backfisch mit Kartoffelpüree und Blumenkohl gemacht. War lecker und der Blumenkohl hat mich sentimental gemacht. Die Sache mit der Hyperaktivität und Schlaflosigkeit wegen dem neuen Medikament scheint sich langsam wieder zu legen. Wenn ich müde bin, mache ich halt nichts und gehe schlafen, wie gestern. Jetzt abwarten, ob die temporär auftretenden Sehstörungen auch wieder verschwinden. Ich will keine Brille tragen. Mit einer Kollegin telefoniert und verabredet, ich habe sie seit März nicht mehr gesehen und sie braucht dringend Auslauf, bei ihr sehe ich auch Freundinnenpotenzial. Sie ist nämlich auch für mich da und nicht wie die eigentlich beste Freundin nur einseitig interessiert. Ich bin zwar eine Geberin, aber ab und zu brauche ich auch mal jemanden. Muss den Anwalt in Spanien wegen dem Erbe noch schreiben, der soll derzeit gar nichts in meinem Namen unterschreiben, das gilt es zu stoppen. Der Putzmann macht Krach im Hausflur, aber kein Telefonat. Schöne neue, Corona gefickte Welt mit Maulkörben für alle Menschen. Ärgerlich finde ich die Tendenz, dass die Parks derzeit anscheinend die neuen Clubs sind, überall lautes, besoffenes Partyvolk, sogar im Wald am Sonntag zog so eine Gruppe junger Leute mit Ghetto-Blaster und Bierflaschen durch den Wald. Für mich ist der Wald ein Ort der Ruhe und Erholung und keine Partymeile, wo sich das Pfandflaschensammeln lohnt. Aktuell sieht das aber anders aus. Auf in den Tag, erstmal duschen und dann vielleicht Brötchen gesichtet.

Gelassen, Anspannung, loslassen, neues Leben und Kartoffelsuppe

Guten Morgen, irgendwie sehr gelassen erwacht heute. Ich finde es gut, dass es so ruhig ist und das ich heute nichts zu tun habe. Grau grüßt der Tag, aber auch damit habe ich kein Problem. Alles gut gerade. Gestern der Tag verlief planmäßig, Frühstück, Hund kraulen, Waldspaziergang und abends kochen. Dabei einige gute Gespräche mit dem Vater. Irgendwie ist die letzten Tage verdammt viel Anspannung von mir gefallen, meine Schultern schmerzen, als hätte ich eine schwere Last getragen, die jetzt aber weg ist. Tatsächlich habe ich aber nichts Schweres getragen die letzten Tage, also ist es wohl eher meine Seele, die sich nach langer Zeit der Anspannung endlich entspannt. Der besten Freundin geht es nicht gut, mal sehen, ob ich irgendwie helfen kann. Lange geschlafen, fast 9 Stunden, das war wohl auch nötig, endlich runter vom Panikmodus und zurück zum Leben. Es ist erleichternd zu wissen, das Corona in Deutschland kein Todesvirus ist, es ist erleichternd endlich die Studienkredite gezahlt zu haben, es ist erleichternd nächste Woche wieder tageweise im Büro zu sein und die Corona-Ruhe hat mir auch geholfen meine Mutter endlich ein großes Stück loszulassen, ich bin bereit für ein Leben nach ihrem Tod. Die Lebensmittelbestellungen im Internet fand ich gar nicht so schlecht, vielleicht werde ich jetzt öfter mal bestellen, einfach, weil es hier nicht alles gibt und die Preise im Internet mittlerweile auch nicht mehr höher sind, als im Markt um die Ecke, dafür war aber vielfach die Qualität besser. Im Hausflur hört man Kinder und Kindergeschrei, die an irgendeiner Wohnungstür Sturm klingeln. Kinder sind schon nervig, aber sie können nichts dafür. Mal sehen was ich heute anstelle, keiner drängt mich zu irgendwas und das ist wunderbar. Vielleicht später einkaufen, vielleicht putzen und auf jeden Fall eine Kartoffelsuppe kochen, mag er nicht, aber er ist nicht hier, also nicht mein Problem, ich liebe Kartoffelsuppe, ein Rezept meiner Mutter. Auf in den Tag, aber langsam und wie und wann ich will.

Wald

Mitten in Berlin, nicht weit von mir entfernt, eine Wohltat und mal genau drüber nachgedacht, dann wohl doch besser, als mehr Supermärkte in der Nähe.

Hat gut getan, draußen gewesen und 2-3 km 4-5 km zu Fuß gelaufen. 🙂