Schlaf, Panik, O2, Chaos, Tavor und schweigende Musik

Guten Morgen, schon etwas besser. Endlich mal wieder annähernd acht Stunden geschlafen. Ich glaube, ich gehe heute besser nirgendwo hin, ich bin total erschöpft und muss aufpassen, nicht umzukippen. Mein Kopf wird wunderlich, mein Magen-Darm-Trakt dreht wieder durch, Ruhe im Karton für mich, SOFORT! Die Sonne scheint und es scheint ein wunderbarer Tag, alles zu viel die letzten Wochen und dabei viel zu wenig Schlaf. Ruhe im Haus wunderbar, nichts zu hören, auch nicht mein Vogel. Gestern auch schon nicht viel los mit mir, nur den Müll rausgebracht und Bettwäsche gewechselt, nichts gekocht, nichts gebacken, Reste gegessen und herumgelegen. Sogar Fernsehen war mir zu viel, zu viele flackernde Lichter, zu viele Geräusche. Also Eis gegessen und die meiste Zeit im Bett verbracht. Eis gibt es dann heute nicht mehr, aber ein frisch bezogenes Bett mit Ausblick auf grüne Bäume. Alles kaputt gerade an mir, Körper und Seele auf halbmast. Der Umzug des Mannes, die Angst vor dem 09. Mai, waren jetzt die Tropfen auf dem vollen Fass. Zu viel Panikmodus in eh schon geschwächten Geist.

Aktuell massive Probleme mit O2, ständig abgehakte Telefonate oder gar kein Empfang. Geht aber anscheinend nicht nur mir so, laut Internetrecherche. Gestern Abend noch ein bisschen den Eurovision Songcontest geschaut, ist man alt, wenn man die Musik dieser Veranstaltung plötzlich erträglich findet? Da stehen jetzt zwei unausgebaute Regale im Flur, eines davon soll eigentlich in die Küche, aber keine Kraft gerade. Dass die Wohnung der Eltern jetzt leer ist, dass der Vater, sobald heiratet, auch nicht witzig. Die eigene Wohnung durch den Kram der Mutter jetzt auch voll gestellt und leicht chaotisch, das tut mir nicht gut. Ich mag es leer und aufgeräumt in der Wohnung, aktuell bin ich weit davon entfernt. Auf der Arbeit auch alles nicht lustig jetzt auf die Insel wäre richtig. Füße still halten, nicht denken, das ist gar nicht so einfach für mich, ich wünschte es gäbe einen Knopf dafür, aber diesen Knopf hatte schon meine Mutter jahrzehntelang vergeblich gesucht. Das einzige was mal funktioniert hatte, war Tavor, aber abhängig machende Medikamente können auch keine Lösung sein.

Also Ruhe jetzt, keine Termine, möglichst wenig denken, vielleicht später kurz zum Mann, aber wirklich nur kurz. Versuchen wir es mit wortloser, sehr ruhiger Musik:

Wohnung, Chefin, Zukunft, Brot, Kräuter und Optimismus

Guten Morgen, immerhin sechs Stunden Schlaf. Irgendwie bin ich immer noch mit dem Mann aufgeregt wegen der Wohnung, es ist so viel zu tun und ich konnte jetzt kaum helfen. Nur kleine Sachen über das Internet bestellen war bisher möglich und eine ausgiebige Waschmaschinen-Beratung. Gestern wieder ein einziger Krampf mit dem Diensttelefon, ständige Aussetzer und niemand zu hören. Also privates Handy genutzt, was aber jetzt keine Lösung ist. Mich beschäftigt immer noch ein Blick einer ehemaligen Nachbarin der Mutter die Tage, die sah mich nach Jahren wieder und schaute ziemlich entsetzt, weil ich so dick geworden bin? Oder warum? War auf jeden Fall nicht angenehm, die zu sehen bzw. von ihr gesehen werden. Die Chefin rief gestern an und wir haben lange telefoniert, wegen der Ist-Lage und Zukunft, alles ungewiss und sie wollte mich unterstützen auf jeden Fall eine gute Zukunft zu haben. So viel Mütterlichkeit war mir dann aber auch zu viel. Ich komme schon klar und notfalls gibt es dann nächstes Jahr ein Jahr Arbeitslosengeld 1.

Muss nicht sein, es gibt genug Arbeitsoptionen, aber eine bezahlte Auszeit wäre auch nicht schlecht. Zwei Jahre Beratung während Corona -Maßnahmen waren sehr anstrengend, zu vielen Leuten ging es rapide schlecht. Gelernt daraus, dass unser Sozialsystem während einer Pandemie nicht funktioniert und mich radikal abzugrenzen. Ich alleine kann niemals ein soziales Netzwerk ersetzen, dass einem Menschen mit Hilfebedarf vorher zur Verfügung stand. Ich habe nur zwei Hände und begrenzte Möglichkeiten. Es hat geregnet und es ist grau, die Straße rauscht. Gestern neue Gardinen für mich, dann kann der Mann die extrem abdunkelnden haben, die hatte ich eh auf seinen Wunsch gekauft und mag sie selber nicht sonderlich, soll er doch damit glücklich werden. Gekocht eine Maultaschensuppe und Hühnerschenkel, so ohne Kochbox fällt der Speiseplan anders aus. Wieder angefangen Müsli zu essen, aber auch Vollkornbrot, wie habe ich Brot vermisst. Die deutsche Küche ist ja so allgemein kein Hit, aber unvergleichbar ist das deutsche Brot. Wo auch immer ich auf dieser Erde gereist bin, es war meist schöner, aber das Brot habe ich dann immer vermisst.

Warten wir ab, ob heute die restlichen Pakete kommen, es fehlen noch ein Klodeckel und ein Teleskopregal fürs Bad. Hoffe, dass der Vater heute zur Pizza kommt und mich danach zum Mann fährt, dann kriege ich den ganzen Kram stressfrei zu ihm. Schwer tragen sollte ich nicht wegen des Rückens, weit laufen kann ich gerade nicht wegen der verletzten Ferse. Schön so ein Leben als Behinderte. Die Vögel singen, der Kaffee schmeckt und ich bin zu früh dran, denn der erste Termin ist erst gegen elf. Morgen kommt hoffentlich ein Handwerker, seit Wochen ist die Balkontür kaputt, es wäre schön wieder mit einem gekippten Fenster schlafen zu können. Ich brauche zum Schlafen Frischluft, nur dann ist es wirklich erholsam. Die Vorräte hier stimmen jetzt wieder, der Hamster will zwar mehr, aber der hat die Backen schon voll und kriegt jetzt nichts mehr. Allein die Nudeln reichen für Wochen. Für den Mann ein kleines Kräuterbeet vor dem Küchenfenster geplant, mit Blumen hat er es ja nicht so, ich hoffe, er ist aufgeschlossen für praktisches Grünzeug. Der Schnittlauch und die Minze sollten auch ohne große Hilfe allein überleben. Leben während Corona, während einem Krieg, versuchen wir es trotzdem mit Optimismus:

Vögel, Vorräte, sparen, Probleme, taub und Polenta

Guten Morgen, wach geworden durch die Vögel, die zu laut singen. Wieder eine kurze Nacht und ich schaue verpeilt in den Tag. Gestern massive Probleme mit dem Arbeitstelefon, ständig nichts zu hören, sehr hinderlich, wenn man telefonieren möchte. Doch nicht beim Mann gewesen, weil der nach der Arbeit zu Ikea wollte und es mir zu spät wurde. Die Aussicht, mit einer blutigen Ferse, einer Mikrowelle unter dem Arm und anderen schweren Kram, mit den Öffentliche zu ihm zu fahren, war dann auch wenig motivierend. Ich kann kaum laufen, aber soll mit mindestens 30 Kilo unhandlichen Zusatzgewicht zu Fuß und per Bus durch die Stadt? Ich finde da könnte er mich und den ganzen Kram auch abholen. Die tragende Rolle für seine Wohnung kann er nämlich selbst spielen, finde ich. Gestern dann nach der Arbeit, noch meine letzten Online-Einkäufe optimiert, um die Vorräte nochmal aufzustocken. Aus meinen früheren beruflichen Leben habe ich da noch das Wissen, wie man Sonderangebote, Treuepunkte und Gutscheine so kombiniert, dass man deutlich weniger zahlt.

Pakete kamen an, aber ich erwarte noch weitere Pakete für den Mann. Ich gehe dann erstmal nicht zu Ikea, dieses Sparen durch eine unendliche Reise durch ein Warenhaus ist mir zu stressig. Da zahle ich gern 4,95 Euro, um nicht kilometerweit zu laufen und zu schleppen und auf diesen Weg vielleicht deutlich mehr zu kaufen, als ich eigentlich wollte. Mal sehen, ob ich es heute zum Mann schaffe, er will seinen Kram und mich heute abholen. Den Krieg nicht weiterhin beobachtet, sondern vorbereitet auf die Auswirkungen des Krieges. Telefoniert mit Freundinnen, aber nicht so in Samariterstimmung, mich interessieren die Probleme von Fremden gerade weniger, ich habe eigene Probleme und Freunde und Familie, die auch Probleme haben, das reicht mir dann für den Moment. Auch ich kann mal egoistisch im Selbstschutz verweilen. Meine Selbstwahrnehmung ist immer noch halb eingeschlafen, ich habe jahrelang nicht mitbekommen, was mit meinem Körper los ist, vielleicht weil die Seele zu betäubt war, nicht nur durch Neuroleptika. Aufwachen und feststellen, dass man sich einem Hängebauchschwein angenähert hat, ist dann auch nicht so motivierten wach zu bleiben. Mein Instinkt sagt mir da eher Loch graben und verstecken.

Nachdem ich angefangen habe für den Mann zu putzen, sehe ich auch hier den Dreck deutlicher und frage mich, ob ich blind war. Gegessen gestern indisch, war nicht so gut, aber ich zu faul zu kochen. Später dann einen ersten Versuch mit Polenta gemacht. Ach, versuchen wir es mit ruhigeren Klängen zum morgen und sind bereit für das Klingeln an der Tür durch Lieferanten.

Werkzeugkasten, fette Jahre, Handwerkerin und Bender

Guten Morgen, wieder so eine seltsame Nacht, gestern heute doch tatsächlich nach Mitternacht meinen Werkzeugkasten aufgeräumt, da ich Dinge für den Mann suchte. Nachdem ich dann Spachtel, Verputzmasse, ein Verlängerungskabel, Türaufhängungen, den Cutter und die Bohraufsätze gefunden hatte, zur Belohnung einen Akku-Bohrschrauber für mich bestellt. Die Schlagbohrmaschine ist einfach zu groß und schwer, um damit auf einer Leiter an der Decke Lampen zu befestigen. Der Mann findet es seltsam, ohne Smartphone Empfang schlafen zu müssen, ich denke aber das überlebt man(n). Ich hörte davon, dass Menschen jahrhundertelang ohne ein Smartphone am Bett schlafen konnten. Also heute Abend den Handwerker gespielt für den Mann, ich hoffe, er freut sich, mein Start in die erste eigene Wohnung war härter als seiner und niemand hat mir geholfen. Das ist aber auch der Grund, warum ich handwerklich so einiges allein kann. Tapezieren, streichen, lackieren, Lampen montieren, Waschmaschinen anschließen, kein Problem für mich. Da dachte frau sie hätte von Mutter und Vater kaum was gelernt, aber das dann doch.

Gestern dann doch im Supermarkt um die Ecke gewesen und eingekauft, wow war das teuer, aber es sind viele Vorräte für mich und den Mann dabei, aktuell machen mir die schnellen Preissteigerungen etwas Angst, eine Angst, die sich mit lang haltenden Vorräten etwas beruhigen lässt. Die fetten Jahre scheinen vorbei zu sein, das beunruhigt, aber mein Körper findet das sicher langfristig gut. Mich allein zu lassen mit allen Essen der Welt, hat wohl eher den Effekt wie als Bender aus Futurama zum Mensch wurde. Schade das Futurama abgesetzt wurde, ich wäre für ein Revival. Der Kaffee schmeckt, die Kippe weniger und ich schaue in den grauen Tag. Auf der Arbeit die nächste Katastrophe, sprechen wir nicht darüber, aber aus meinem Traumjob wurde irgendwie ein Zustand mit unsicherer Zukunft. Vielleicht sollte ich das alles lassen und freiberuflich als Putzfrau und Handwerkerin arbeiten, die Verdienstchancen sollten gleich oder sogar besser sein. Denke, der Feierabend danach wäre dann sicher auch entspannter. Aber gut, heute Abend nach dem Homeoffice darf ich Handwerkerin und Putzfrau beim Mann spielen. Ehrlich gesagt, freue ich mich sogar darauf, es ist schön ein neues zu Hause zu bauen und mit den Händen zu arbeiten.

Diese Woche dann wohl ganz Homeoffice, da ich keine Kollegen vor Ort habe und außerdem jetzt sämtliche Bestellungen für den Mann hier landen. Zu wenig Schlaf, aber ich fühle mich ganz gut…

Umzug, IKEA, Pflanzen, Stress und Eingeborene

Guten Morgen, war das gestern aufregend. Wohnung besichtigt, der Mann sagt zu und anschließend eine lange Liste gemacht von Dingen die zu tun sind oder bei IKEA zu organisieren. So richtig nett waren die Mieter zu der Wohnung nicht, seitdem ich dort lebte. Putzen kann man von einem männlichen Vormieter wohl auch nicht erwarten. Also heute da wieder hin. Mit einem kleinen IKEA Einkauf, Leiter, Putzzeug und Nahrung. Eine dreckige Wohnung, ohne Bett, ohne Gardinen und leeren Kühlschrank geht nämlich gar nicht, finde ich. Der Vater wird noch helfen, da müssen wir uns noch was überlegen, um irgendwie Danke zu sagen. Vermute, der Mann hat genauso wenig wie ich geschlafen, er musste gestern noch alle seine Sachen packen, während seine Frau Internetrecherchen machte, wo man alles fehlende möglichst günstig herkriegt. Also heute Mittag dann für mich zu IKEA und dann in seine neue Wohnung.

Arbeit war gestern ganz ok, im Büro gewesen, der Briefkasten war voll, aber die Bude steht noch. Werde wohl heute mehrfach mit dem Bus hin und her fahren müssen, um die Sache in die Wohnung zu kriegen. Aber gut, sonst nutze ich mein Monatsabo seit Corona ja eher wenig. Interessanterweise kennt die BVG Routenplanung die Adresse von IKEA nicht und schlägt seltsame Wege zur falschen Postleitzahl vor. Meine Vögel schreien und ich schaue zerknirscht in den Tag. Irgendwie stressig gerade, aber gut, habe noch nie was von einem entspannten Umzug gehört. Aber gut, es geht um die Familie und ich hatte meistens auch Helfer bei Umzügen. Beschlossen die Pflanzen doch zur Kollegin zu geben, sie und ihre Wohnung sind einfach besser für die Pflanzen, bei mir gehen die doch nur ein. Etwas behalten, um es dann sterben zu lassen, ist nämlich keine Heldentat. Körperlich geht es mir gerade nicht so klasse, wieder Beschwerden, Stress denke ich, aber ich kann ja morgen noch ruhen.

Duschen, frühstücken und auf nach Lichtenberg, ich hoffe, der Mann freut sich, aktuell bin ich erstaunt wie kooperativ er ist, gar keine Prinzenallüren, sondern eine realistische Einschätzung der Lage. Endlich, glaubt er an die Familie und baut auf die Familie. Man sollte immer den Eingeborenen glauben, wenn man wo neu ist und nicht denken, dass man als Neuling mit Googlemaps schon alleine klarkommt. Alles spannend gerade und der Mann auch schon wach, vielleicht nehme ich später doch ein Taxi von mir zu ihm, das sollte nicht teuer sein. Auf in den Tag, das wird alles aufregend, aber ich denke, es lohnt sich. Los geht es mit dem Lieblingssong des Mannes, ich vermute heute denkt er anders über die Songaussage:

Müde, Lebensmittel, Büro, äthiopische Kämpfer und Stress

Guten Morgen, noch nicht ganz wach und nicht so gute Nacht. Gestern ist nicht so viel passiert bei mir, total müde gewesen und vollständige Lebensmittel-Lieferung bekommen von einem Mann der nach Alkohol roch. Heute ein sehr früher Termin im Büro, keine Ahnung, warum ich diesen Termin vereinbart habe. Gekocht die Spinat-Gorgonzola-Soße und dazu dann Nudeln und Huhn. Heute Nacht hustend erwacht, das verdirbt sogar mir gerade die Lust auf das Rauchen. Zum nächsten ehemaligen Treffen eingeladen worden, dieses Mal von meiner Uni, darauf habe ich aber spontan so gar keine Lust. Heute Abend Wohnungsbesichtigung, es bleibt spannend, wobei sich meine Spannung eher auf den Zustand der Wohnung bezieht. Kaffee schmeckt gerade auch nicht so richtig, ich sollte es endlich sein lassen, bei meinem seltsamen Blutdruck. Jemand anderes will unbedingt die aktuelle Wohnung des Mannes haben, damit sollten sich dann doppelte Mieten vermeiden lassen.

Das Büro findet es sicher gut, wenn es mal wieder besucht wird, aktuell ist da wohl lange niemand gewesen, ich hoffe, der Briefkasten quellt nicht über. Keine Ahnung, warum ich mir immer die anstrengenden Dinge im Leben aussuche, bei uns in der Familie hieß es immer: „Einfach kann jeder!“. Aber ob das wirklich ein so schlauer Satz war? Sich ständig beweisen, dass man mehr als „einfach“ kann? Für mich klingt der Satz heute nach jugendlichen Größenwahnsinn. Heute denke ich: „Es darf auch mal einfach für mich sein.“ Ich habe oft genug im Leben bewiesen, dass ich mehr als einfach kann. Grau grüßt der Tag, die Straße rauscht, der Wellensittich singt, mein Hals rebelliert gegen das Rauchen. Der Mann fand es dann doch nicht so lustig, dass ich vielleicht wieder seinen Namen ablege. Lassen wir uns dazu nochmal beraten. Das Putin jetzt in Äthiopien rekrutiert, gar nicht witzig. Das erinnert mich doch sehr an Squid Game oder an den älteren Film: „Get rich or die tryin„. Aber wer ist wohl verantwortlich, dass die Äthiopier ihr Leben verkaufen für ein bisschen Geld? Wer hat sie in die Situation gebracht, dass sie dieses russische Angebot interessiert? Für mich ist die einzige Lösung ihnen ein besseres Angebot zu machen, z.B. eines wo die Überlebenschancen besser sind.

Zurück mit den Gedanken nach Berlin, keine Ahnung wer unsere Regierung zum Handeln bringen kann, wenn ich da morgens auf meinem Sofa drüber nachdenken kann, warum nicht die während ihrer Arbeitszeit? Meine Arbeitszeit beginnt dann auch bald, hoffentlich finde ich meine Freude an der Arbeit wieder, gerade bin ich immer noch sauer auf eine Kundin und abgeschreckt von anderen, aber ich erinnere mich, dass es da auch viele sehr nette Leute gab. Hoffen wir heute auf nette Leute und wenig Stress….

Gericht, Begegnungen, Badewanne, Altern, Lager, Vorräte und Leben

Guten Morgen, besser, als gestern, aber auch mehr geschlafen. Gestern war doch alles sehr aufregend und ich total müde. Das bei Gericht lief gut, nur dass noch Dokumente fehlen und ich eventuell schon wieder meinen Namen ändern werde. Also demnächst ein neuer Termin bei der Notarin unseres Vertrauens. Heute Homeoffice, aber ich fühle mich auch bereit, gestern ging nur Teamsitzung und E-Mails lesen. Außerdem kam eine Freundin der Mutter vorbei und hat eine Pflanze abgeholt. Lustig war auch, dass ich auf dem Weg zum Gericht den Mann traf und eine ehemalige Kundin der Mutter. Die Welt ist klein, besonders an der Möckernbrücke, wie es scheint. Diese Woche keine Pizza mit dem Vater, er ist zu beschäftigt und müde für eine Pizza und wir sehen uns ja am Freitag. Auch gut, so kann ich die eingefrorenen Pizzareste endlich essen. Gestern eine Schupfnudel-Pfanne mit Brokkoli und Möhren gemacht und sie anbrennen lassen. Ja, kochen braucht nicht nur Feingefühl, sondern auch volle Aufmerksamkeit, gestern dann weniger von beiden.

Der Kaffee schmeckt und etwas Sonne ist zu sehen, Bett oder Badewanne, die besten Plätze gerade. Die Kollegin bietet an große Pflanzen aufzunehmen, ich überlege noch, aber werde notfalls darauf zurückkommen, sie hat wirklich den Platz und die Sonne dazu, im Gegensatz zu mir. Den knappen Wohnraum mit riesigen Pflanzen teilen, für viele Berliner nicht denkbar. Still ist es im Haus, sogar die Vögel halten den Schnabel. Der Vater hat einen grauen Bart bekommen, das ist seltsam, ich habe den Eindruck seit dem Tod der Mutter ist er schneller gealtert, ich aber auch. Gutscheine für einen Lebensmittellieferanten bekommen und noch mal mein Glück in der Speiseöl-Lotterie versucht. Sollte es Öl geben, hat der Mann auch einen Vorrat. Ungewöhnlich viele neue Leute in die Bude gelassen, diese Woche gleich zwei, das passiert normalerweise deutlich seltener. Der Husten ist endlich weg und auch die Nase wird besser, wenn ich nicht zu viel Birke schnüffle. Im Kopf schon angefangen, die Wohnung des Mannes einzurichten, aber erstmal abwarten, ob er sie überhaupt will. Es gibt halt so einiges in unserem Lager-Fundus, was er erstmal kostenlos nutzen könnte. Neue Möbel kann man ja immer noch schrittweise anschaffen.

Gehalt ist da, wunderbar, wieder der Vorsatz, diesen Monat wird weniger ausgegeben. Der Kleiderschrank ist voll, der Badezimmerschrank ebenfalls und der Lebensmittelvorrat auch, das könnte diesen Monat klappen, selbst wenn ich alles mit dem Mann teile. Der Körper meldet wieder Verspannung, aber wie sagt man so schön: „Wenn du aufwachst und nichts tut weh, bist du tot.“ dazu der passende Song:

Adoption, Telefon-Marathon, Wohnung und wegrennen

Guten Morgen, alles gut so weit. Heute ist der große Tag, es geht zu Gericht wegen der Adoption. Ich hoffe, alles geht gut und wie geplant. Danach wieder Arbeit, aber aktuell keine Termine, aber greife ich zum Telefonhörer ändert sich das schnell. Gestern sehr viel telefoniert, die beste Freundin ist zurück und wir haben 5 Stunden oder mehr telefoniert. Der Mieter hat sich endlich gemeldet und es gibt einen Übergabetermin. Endlich auch die Haare gefärbt, endlich keine grauen Schläfen mehr. Vor lauter telefonieren zu nichts gekommen, aber telefonieren war interessanter. Der Kaffee schmeckt, erste Sonnenstrahlen sind zu sehen und die Nase ist noch frei. Gestern tatsächlich Öl gekriegt, aber keinen Ziegenkäse, das mit dem Käse verkrafte ich aber. Die Palmen grüßen im Wohnzimmer, meine kleine Karibik in Berlin. Kinder über mir machen Krach, leider antwortet der Vogel darauf. Endlich wieder einen Termin zum Schwimmen gefunden. Bin gespannt, ob das mit dem Mann und der Wohnung klappt, es wäre auch gut für mich ihn mehr in der Nähe zu haben.

Ich weiß schwierig mit mir, ich will ihn nicht in der Wohnung, aber zu weit weg dann auch wieder nicht. Der Punkt Wohnung mit einem Mann teilen, hat bei mir halt nie geklappt, ich habe es versucht, am längsten mit dem Mann, aber ich kriege irgendwann eine Macke dabei, auch schon vor Corona. Ich finde ja, dass Männer und Frauen nicht dazu gemacht sind dauerhaft zusammen in einem Gebäude zu leben, sie sind zu verschieden. Wenn Frauen und Männer zusammenleben passiert es einfach viel zu oft, dass frau dann die Dienstmagd ist. Aber das ist halt das traditionelle Modell, eines, mit dem ich nichts anfangen kann. Nichts gegen Männer, die können verdammt toll sein, aber nicht, wenn man täglich ihre dreckigen Socken wegräumt und den Klodeckel reinigen muss. Leben, ich weiß gerade so gar nicht wo es hingehen soll, aufgewacht und losgerannt ist gerade nicht. Wohin soll ich rennen? Erstmal Kaffee holen und Tag/Welt beäugen. Verstecken ist leider dauerhaft keine Option, die Feigheit will das, aber die Träumerin will mehr. Ach, lassen wir Pharcyde dazu singen:

Grau, Seilschaften, die Vorsorge einer Mutter, Curry und Vergebung

Guten Morgen, noch nicht wach, aber bereit an der Tastatur. Grau ist es und es gibt Kaffee im rosa Becher. Beim Vater gestern war irgendwie melancholisch und noch eine Pflanze mitgenommen. Allerdings auch eine weitere Abnehmerin für eine Pflanze gefunden. Ebenfalls bald hier ein Vakuumierer für Lebensmittel. Aktuell gibt es nämlich nur Großpackungen günstig, mit dem Vakuumierer kann ich Portionen einfrieren, die dann für 1-2 Personen reichen. Der Mieter der günstigen Wohnung ist nicht erreichbar, ich ahne leider nicht so gute Dinge, im besten Fall hat der weiter vermietet und im nicht so guten Fall ist die Wohnung im schlechten Zustand? Wie auch immer, es wird Zeit, diesen Mieter loszuwerden. Ausgezogen ist er ja schon, jetzt brauchen wir nur die Schlüssel. Das kommt davon, wenn der Bruder rum lügt, um irgendwelche entfernten Bekannten in die Wohnung zu bekommen, die sich jetzt aufführen wie total unbekannte. Ja, ja bestimmte Geschäfte macht man in Berlin nur im Familien- und Freundeskreis, Seilschaften sind halt wichtig.

Voll vergessen, dass ich heute einen Termin beim Psychiater habe, ich glaube aber ich will da heute nicht hin, nicht nur wegen der Erkältung/Allergie. Es gibt nichts zu besprechen und Medikamente habe ich auch noch. Soll doch irgendwer heute den Termin kriegen, der/die ein Gespräch dringender braucht. Ich fühle mich aktuell erschöpft, aber nicht kriselig. Bei manchen Dingen, die meine Mutter gehortet hatte, denke ich, sie ahnte, was da kommt, denn jetzt brauche ich sie und habe sie auch dank ihr. Andere Töchter kriegen Aussteuer, ich kriege z.B. eine sichere bezahlbare Wohnung, Kleidung in der richtigen (Über-)Größe, Fitness-Equipment, Kerzen, Küchenkram und einen Vakuumierer. Danke Mama, du bist nicht mehr da, aber sorgst trotzdem für mich. Sie wusste wohl, dass die Preise für Mieten und Lebensmittel explodieren, ihre Tochter dick wird und sich in der Isolation der Pandemie auf ein neues Level kocht. A pro pro kochen, gestern nur Nudeln mit Walnusspesto, heute vielleicht ein Curry.

Neben putzen und Pflanzenübergabe an gute Hände, heute vorgenommen zu lesen. Die Birke ist derzeit wirklich mein Feind, gehe ich aus dem Haus dauert es keine 5 Minuten bis es nur noch aus der Nase fließt und die Stirnhöhle schnell dicht ist. Aktuell kann ich aber riechen und schmecken, versuchen wir die Birke zu meiden. Sortieren von Erinnerungen, es werden nicht weniger, aber die Bewertung der Erinnerungen fällt milder aus als früher, vielleicht auch ein Schritt mit der Logik: Vergeben, um vergessen zu können. Vergeben, um sich nicht total zu isolieren, denn auch die Sünder haben gute Seiten. Nichts ist nur schwarz oder weiß, das Meiste im Leben hat Graustufen oder wenigstens eine gute Erklärung. Diese Woche Termin mit der Adoption, ich hoffe, das klappt, 34 Jahre ist mein Vater jetzt an meiner Seite, ich hoffe, es werden weitere 34 Jahre. Der Kaffee schmeckt und der Kopf sucht Musik, ach deuten wir diesen Michael Jackson Song mal anders:

Wohnung, Taube, Hahn, Palmen und Freunde

Guten Morgen, fühle mich immer noch nicht ganz gesund, aber auch nicht krank. Beobachten wir das. Beim Bruder gestern war es ganz gut, er hat sich über die Vorräte gefreut. Für den Mann eigentlich eine saugünstige Wohnung in der Nähe klargemacht, aber er meint jetzt er könnte was Besseres allein finden. Mich mega aufgeregt, mich mit ihm gestritten. Das ist so eine dumme Entscheidung, das lässt mich jetzt so blöd da stehen, abgesehen von überflüssigem Engagement. Ich verstehe nicht, warum er mir nicht glaubt, dass ich für Wohnungen sein bester Kontakt in der Stadt bin. Ich vermute, er überlegt es sich noch, er muss wohl erst selbst herausfinden, dass mein Angebot verdammt gut ist und ihm niemand ein vergleichbares Angebot machen wird. Keine Ahnung, warum er glaubt, dass ein flüchtiger Kontakt, der ebenfalls noch relativ neu in der Stadt ist, ihm ein besseres Angebot machen kann, als seine Familie, die schon immer hier lebt. Egal, lassen wir das Thema, gestern schon meine Freunde damit zugetextet, die gleich Vorschläge hatten, wer alles noch die Wohnung haben möchte. Die „Spatz in der Hand oder Taube auf dem Dach“ Logik hat der Mann wohl immer noch nicht verstanden. Er setzt immer auf die Taube, aber vielleicht ist das einfach typisch männliche Logik. Ich kenne die Tauben in der Stadt aber schon, die sind noch nie jemanden (einfach so) in die Hand geflogen.

Heute Homeoffice, der Tag grüßt grau und die Straße rauscht. Gut geschlafen, aber nur etwas über 6 Stunden. Mein männlicher Nymphensittichhahn scheint seine Namensverwandtschaft mit einem Hahn sehr ernst zu nehmen, erscheint das Licht am Morgen, wird ein Lied gesungen. Nervig, so viel Lebensfreude am Morgen. Mein Wohnzimmer sieht jetzt wie ein Urwald aus, denn ich habe sehr große Palmen meiner Mutter bekommen. Die können nicht alle hier bleiben, die gehen mir hier ein, aber ich habe schon ein Hände-Paar gefunden, in die eine Palme gehen wird. Ein Freund meinte ich könnte so große Palmen auch verkaufen, aber nein, die gehören seit über 30 Jahren zur Familie und ich gebe sie lieber an Leute, die garantieren, dass die Pflanzen weiterleben werden. Das sind Lebewesen, keine Deko-Gegenstände. Morgen zum Bürgeramt, mal sehen, wie das wird, eigentlich keine Lust mein Gesicht mit Doppelkinn für Jahre in einem Ausweis zu verewigen. Die Idee einfach abwarten bis es wieder besser wird, ist aber schon mehrfach nicht aufgegangen, besonders beim Warten nehme ich eher zu statt ab.

Stille hier, der Kaffee schmeckt, gegessen gestern nicht viel, keine Lust, wenn die Nase blockiert. Gerade sind eher Heißgetränke mein Freund. Am Wochenende ist ein Treffen mit alten Hip-Hop-Bekannten, ich weiß nicht, ob ich hingehe. Auch wenn es eine Garantie gibt, dass die Arschlöcher von früher draußen bleiben müssen. Die richtigen Arschlöcher von damals sind eh tot oder im Knast. Freunde, immer wieder eine neue Entscheidung, wer wirklich Freund ist, wer Feind ist und wer einem einfach egal sein sollte. Vielleicht bin ich da auch zu streng, was meine Kriterien an Freunde betrifft. Freunde sind für mich Leute auf die ich mich zu 100 % verlassen kann, Freunde sind für mich die Familie, die man sich selber aussucht. In einer schnelllebigen Stadt wie Berlin wohl zu strenge Regeln, aber meine Familie war schon immer klein und überschaubar. Dazu ein alter Lieblingssong über Freunde: